Swingerclub in Rödermark bezeichnet sich als insolvent

Düstere Wolken über der „Oase“

„Wir sind erledigt. Die Stadt beerdigt uns.“ Josef Horak sieht düstere Wolken über dem Pärchenclub „Oase“. Das Etablissement ist seit September 1993 außerhalb an der Darmstädter Straße 200 ansässig. Jetzt spricht Horak, der sich als Mehrheitseigner und Geschäftsführer der Freiga GmbH „Die Oase“ bezeichnet, gegenüber unserer Zeitung von „Insolvenz“.

Rödermark - Auf seiner Internetseite gibt „Oase“-Chef“ Josef Horak bekannt: „Der Magistrat der Stadt Rödermark hat trotz der Coronahärte eine Vergnügungssteuer rückwirkend zum 01.07.2020 erlassen, die unseren Betrieb in die Insolvenz zwingt. Wir schließen ab sofort.“ Heute solle ein Insolvenzanwalt konsultiert werden.

Rödermark verlangt Vergnügungssteuer für Pärchenclub

Der Unternehmer macht also die Stadt für die Misere verantwortlich. Tatsächlich hatte die Stadtverordnetenversammlung am 20. März die Erhebung einer Wettbüro- und Vergnügungssteuer beschlossen, die es bislang nicht gegeben hatte. Schon damals hatten FDP-Kreise vermutet, die Steuer werde der „Oase“ den Garaus machen.

Bereits mit dem Erhalt des ersten Steuerbescheids müsse der Swingerclub umgehend Insolvenz anmelden, sieben Teilzeitarbeitsplätze gingen verloren. Auch andere Branchen wären betroffen vom Aus des Clubs. Rödermärker Hoteliers verlören dann jährlich rund 1 000 Übernachtungsgäste – mache ein Minus von weit über 100 000 Euro an Jahresumsatz. Dazu noch zigtausend Euro Taxikosten.

„Man könnte daher fast meinen, es ginge den schwarz-grünen Koalitionären bei der Einführung dieser Steuer gar nicht um neue Einnahmen für die Stadt, sondern um die Vertreibung eines in ihren Augen wohl fragwürdigen Unternehmens aus Rödermark“, warf der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Rüdiger Werner damals CDU und Anderer Liste eine Scheinmoral vor.

„Ich verstehe diesen Irrsinn nicht“, bedauert Horak die Entwicklung. Wenn Corona uns hingerichtet hätte – ok. Aber dann noch ein Nackenschlag von der Stadt – und dann ausgerechnet noch während des Lockdowns“, sagt der 59-Jährige. „Vermutlich ist das Ganze ein Politikum. Man will uns weg haben.“  (bp)

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