Hilfe für schwerstkranke Kinder in schweren Stunden

Rödermark: Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst öffnet Treff in Waldacker

Mit bunten Ballons machten Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes und Rödermarks politische Führung deutlich, dass sich im Bürgertreff etwas Neues tut. Hier entsteht eine Anlaufstelle für die Kinder- und Jugendhospizarbeit.
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Mit bunten Ballons machten Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes und Rödermarks politische Führung deutlich, dass sich im Bürgertreff etwas Neues tut. Hier entsteht eine Anlaufstelle für die Kinder- und Jugendhospizarbeit.

Nicht ganz zufällig trafen sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter im Kinderhospizdienst der Malteser sowie Bürgermeister Jörg Rotter und Erste Stadträtin Andrea Schülner gestern Morgen vor dem Bürgertreff in der Goethestraße. Sie weihten in Rödermark den neuen Stützpunkt des ambulanten Kinder- und Jugend-Hospizdienstes ein. Der 10. Februar ist deutschlandweit der Kinderhospizarbeit gewidmet.

Rödermark - Im Bürgertreff wird unter der Leitung von Claudia Bauer-Herzog eine Anlaufstelle für schwerstkranke und sterbende Kinder und deren Familien aufgebaut. Getragen und unterstützt wird das neue Zentrum vom ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser und von der Stiftung „Miteinander Leben“ des Kreises Offenbach; die dafür 30 000 Euro einbringt, den höchsten Betrag ihrer Geschichte.

Deren Vorsitzender, Landrat Oliver Quilling, schickte über Bürgermeister Jörg Rotter Grüße und Glückwünsche an die Gruppe, die mit Claudia Bauer-Herzog und drei ehrenamtlichen Mitarbeitern – Anja Bittner, Reinhold Richter und Karl Surges – bei der kleinen Feierstunde im Freien bei minus zehn Grad vertreten war. Zwei bewegende Lieder von Gregor Meyle umrahmten die kurzen Reden, in denen Alexander Rudolf, der Leiter des gesamten Hospizdienstes der Malteser, daran erinnerte, dass Kinder mit „lebenszeitverkürzenden“ Krankheiten meist im Unsichtbaren von ihren Familien betreut werden.

Diese Familien brauchen dringend Hilfe, müssen aber vor allem auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihnen diese Hilfe zusteht. „Eltern haben ein Anrecht auf Unterstützung, das wissen sie meist nicht. Wir bieten keine Heilung, aber Betreuung – quasi als menschliche Medizin für Kinder und Eltern“, sagte Rudolf. Das weiterzutragen ist eine der Möglichkeiten, mit denen Rödermarks Bürger dieses wertvolle Projekt unterstützen können.

Koordinatorin Claudia Bauer-Herzog informierte gemeinsam mit der Sozialberaterin im Bürgertreff, Ute Schmidt, über die Öffnungszeiten: Zunächst Dienstag vormittags nach Vereinbarung, später folgen auch Treffen von Hospizhelfern und Familien sowie Fortbildungen in den städtischen Räumen.

Claudia Bauer-Herzog sprach aber – da sie den Bürgermeister schon vor Ort hatte – ein eigentlich leicht lösbares Problem der Familien von Schwerkranken an: Ihnen fehlen daheim oft Windelsäcke. Froh darüber, solche Anregungen zu bekommen, versprach Jörg Rotter eine unbürokratische Lösung. Tief bewegt dankte er den Maltesern für ihre Arbeit und versprach ihnen Unterstützung bei ihrer schwierigen Aufgabe: „Denn wer gesunde Kinder hat, kann sich glücklich schätzen!“ Auch Erste Stadträtin Andrea Schülner freut sich darauf, diese wichtige Arbeit in ihrer Eigenschaft als Sozialdezernentin begleiten zu dürfen, und wartet auf die ersten Kurse.

Mit bunten Luftballons, die wohl kältebedingt etwas Auftriebsschwierigkeiten hatten, zeigte die kleine Runde auch anderen Rödermärkern: Hier tut sich was!  (Christine Ziesecke)

Kontakte:

Koordination Hospizdienst Claudia Bauer-Herzog, Telefon 06104 6695810; Fax 06104 6695811; claudia.bauer-herzog@malteser.org; www.malteser-offenbach.de

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