Gallus- und Nazarius-Gemeinde teilen sich Pfarrer Klaus Gaebler

Rödermark: Erster Schritt auf schwerem Weg

Das Licht der Morgensonne taucht die St. Gallus-Kirche in ein sanftes Rot. Die beiden Gotteshäuser bleiben auch im Zuge des Pastoralen Wegs erhalten. Ob sich die Rödermärker Katholiken von anderen Gebäuden trennen müssen, ist indes noch offen.
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Rödermark: Das Licht der Morgensonne taucht die St. Gallus-Kirche in ein sanftes Rot. Die beiden Gotteshäuser bleiben auch im Zuge des Pastoralen Wegs erhalten. Ob sich die Rödermärker Katholiken von anderen Gebäuden trennen müssen, ist indes noch offen.

Ab Montag ist St. Gallus-Pfarrer Klaus Gaebler Seelsorger aller knapp 8 000 Rödermärker Katholiken. Und das ist nur der Probelauf für den „Pastoralen Weg“. Dann müssen sich mehr als 20 000 katholische Christen in Rödermark und Rodgau einen Hauptpfarrer teilen. Die ersten Schritte auf dem „Pastoralen Weg“ erläuterte Gaebler zusammen mit Diakon Eberhard Utz und Gemeindereferentin Tanja Bechtloff bei einer Pressekonferenz im Pfarrzentrum.

Rödermark - Nach dem Weggang von Pfarrer Elmar Jung aus Ober-Roden bilden sie das Pfarreiteam, das weiterhin Ansprechpartner in allen seelsorgerischen Fragen sein will. Denn seit Jung an Pfingsten seinen Abschied angekündigt hatte, war klar: Bischof Peter Kohlgraf wird keinen Nachfolger in den „Rodgaudom“ schicken. Klaus Gaebler ist ab Allerheiligen Pfarradministrator in St. Nazarius. Am Sonntag, 7. November, stellt er sich den Ober-Röder Gläubigen in einem Einführungsgottesdienst vor. Er beginnt um 16 Uhr.

„Ein Pfarrer kann nicht an zwei Orten zugleich sein. Es wird Einschränkungen geben“, machte Gaebler klar, dass beide Gemeinden manches Liebgewordene aufgeben müssen. Er wurde schon gefragt, ob nicht Pfarrer Eberhard Jung, der Bruder von Elmar Jung, „nicht einiges übernehmen kann“. Die ein oder andere Messe werde er sicherlich zelebrieren. Aber der Geistliche, der weit über 80 ist, darf für Klaus Gaebler nicht der Platzhalter für die unbesetzte Pfarrerstelle sein.

Der „Pastorale Weg“ bietet nach Ansicht der drei geistlichen Hauptamtlichen aber auch Chancen. Gemeindereferentin Bechtloff spürt eine „positive Grundstimmung“ – zumal bereits viel vorbereitende Arbeit getan ist. So ist der Gottesdienstplan seit Jahren so gestaltet, dass ein Pfarrer ihn alleine schaffen kann. Seit der letzten Wahl gibt es einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat für Ober-Roden und Urberach. Und die Vorbereitung auf die Sakramente Taufe, Kommunion und Firmung ist schon lange eine gemeinsame Sache.

Zumindest auf dem ersten Stück des „Pastoralen Wegs“ bleiben die St. Gallus- und die St. Nazarius-Gemeinde eigenständig. Auch um ihre Gotteshäuser müssen sich die Katholiken in Urberach und Ober-Roden keine Sorgen machen. Gabler weist auf die anstehenden Sanierungen beider Kirchen hin, deren Finanzierung gesichert ist.

Die Zukunft anderer Gebäude ist fraglich. Braucht Ober-Roden noch ein Pfarrhaus, wenn dort kein Pfarrer mehr wohnt? Das Gemeindebüro könnte ja ins Forum St. Nazarius umziehen. Der „Pastorale Weg“, so Gemeindereferentin Tanja Bechtloff, ist auch ein Sparkurs. Die St. Matthias-Gemeinde in Nieder-Roden hat zum Beispiel schon die Begegnungsstätte in der Seestraße verkauft.

Am Ende blieb"s bei Diakon Eberhard Utz, allen Rödermärker Katholiken – 4 800 in Ober-Roden, 3 100 in Urberach – die unangenehmste Wahrheit erneut in Erinnerung zu rufen. Die Katholische Kirche Rödermark, so der neue Name des bisherigen Pfarreienverbundes, ist auf dem „Pastoralen Weg“ nur ein Testlauf für die ganz große Kirchenfusion. Im Dekanat bleiben nur drei Pfarrgemeinden übrig, Rödermark und Rodgau sollen eine Großpfarrei bilden. „Das kann ein Stück Heimatverlust bedeuten“, prophezeit der Diakon.  (Michael Löw)

Klaus Gaebler, Pfarrer in Rödermark

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