Mit Gummitwist und Fadenspielen

Erstes Generationenfest: Netzwerkarbeit vom Feinsten

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Dabei hatten alle ihren Spaß: Gemeinsam tanzten Jung und Alt zu Livemusik vor der Bühne klassische Folklore- und Kreistänze.

Urberach - Willkommen in Rödermark – Generationen bewegen was“: Erstmalig hat der Fachbereich Kinder, Jugend und Senioren der Stadt gemeinsam mit Vereinen und Organisationen ein Fest für alle Generationen organisiert. Von Christine Ziesecke

War es früher der RömKids-Tag für die jüngsten Bürger der Stadt und zusätzlich ein von Alt und Jung betreutes Straßenfußballturnier, so fand nun jedes Alter etwas für sich, boten aber auch alle Altersschichten etwas an. Kreistänze von Musikschule und Seniorentanzkreis etwa, bei denen zu Livemusik Jung und Alt vor der Bühne hinter dem Badehaus ihren Spaß hatten; kleine Wasserschlachten bei den Johannitern um Gummibärchen, großflächige bunte Bilder mit Murmeln und Farbe gestaltet bei der Mini-Kita der „Stoppelhopser“, ein Bücherflohmarkt der Urberacher Quartiersgruppe ebenso wie Informationen und kleine Spiele bei den Mitgliedern der NABU etwa auf der Kinder- und Jugendfarm.

Rückzug in das Reich der Fantasie: das Vorlesezelt am Rand des Festplatzes.

Viele der Rödermärker Kitas boten entlang des Oberwiesenweges ganz einfache und durch alle Generationen bekannte Spiele an vom Kästchenhüpfen über Gummitwist bis hin zu Fadenspielen. Sie erreichten damit, dass die Jüngeren teilweise mit Handy in der Hand und den Füßen im Twistgummi online nachschauten, wie es denn nun weitergeht, während betagtere Besucher vorbeikamen und einfach machten: „Ich hab das zwar schon ewig nicht mehr gemacht, aber das ging doch so…“ Die jüngsten Besucher standen dann oft staunend daneben. Auch die Schulkinderbetreuung der Schule an den Linden erzählte in einem selbst erfundenen Singspiel von ihrem Tagesablauf und damit von ihrem Leben.

Am Weinstand von Seniorenbeirat und Seniorenlotsen nutzte der Gewerbeverein die Möglichkeit, sein neues Projekt zu erproben, mehr von den Erfahrungen der Senioren zu profitieren und ihre Kontakte zu nutzen, und überreichte erstmalig 150 Euro an Seniorenbeirat und Seniorenlotsen.

Direkt neben der Jurte der Pfadfinder der Freien evangelischen Gemeinde, in der sie zu Bastelangeboten einluden, präsentierte sich der Karateclub Bushido – und es passierte genau das, wozu dieses generationenübergreifende Fest auch gedacht ist: Pastor Jens Bertram fragte bei Bushido-Chef Olaf Gerbig nach, ob er denn mal eine Selbstverteidigungseinheit bei seinen Pfadfindern geben könne, was sofort zu einer Verabredung führte. Netzwerkarbeit vom Feinsten – das war bei dieser fast einmaligen Präsenz so vieler unterschiedlicher Gruppen leicht zu initiieren. „Wir wollen erreichen, dass man sich wieder mehr begegnet“, überlegte Katja Merten von Fachbereich Kinder, Jugend und Senioren der Stadt. „Deshalb haben wir das Programm so gestaltet, dass man viel voneinander erfahren und andere Akteure kennen kernen kann. Das macht schließlich auch unsere Arbeit leichter.“

Fest der Generationen in Rödermark: Bilder

Sie bedauerte, dass es mittags um 12 Uhr bei der Eröffnung durch ersten Stadtrat Jörg Rotter noch sehr ruhig war hinter dem Badehaus. „Vielleicht ist 12 Uhr wirklich zu früh für einen Samstag. „Wir haben aber den Senioren zuliebe so früh begonnen, da sie meinten, um diese Zeit Hunger zu haben und sich aufs Essen zu freuen.“ Ganz so voll, wie es sich die vielen Teilnehmer gewünscht hätten, wurde es auch später nicht, doch das Festgelände ist sehr weitläufig. „Wir wollten aber unbedingt die Kinder- und Jugendfarm ebenso wie diesen Platz hinterm Badehaus mit einbeziehen.“. Mit einet kleinen Gruppe an Rollator- und Rollstuhlfahrerinnen zogen Bewohner der benachbarten Seniorenresidenz an der Rodau vorbei und staunten über das Angebot, während gegen 17 Uhr die Kindergärten ihre Stände schlossen und stattdessen die Jugend auf der Skateanlage in den Mittelpunkt rückte. Der dritte von der Jugendabteilung der Stadt vorbereitete „Skate-Contest“ hatte erfreulich viele Zuschauer, die mit den mutigen Jugendlichen auf deren jeweils 45-sekündigen Fahrt mitbangten. Und dabei noch bei den Essenständen etwa der Kolpingsfamilie zulangten und den Nachmittag mit den sportlichen Aktivitäten ausklingen ließen.

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