Die Heide braucht den Mensch zum Überleben

Rödermark: Ewig wuchert die Brombeere

Hartnäckiger und stacheliger Kleinkram: Gregor Arnold aus Messenhausen – mit Sohn Milo (10) und Freund Leon (9) – ist Nabu-Mitglied und engagiert sich gern im Kampf gegen die ewig wuchernden Brombeeren.
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Rödermark: Hartnäckiger und stacheliger Kleinkram: Gregor Arnold aus Messenhausen – mit Sohn Milo (10) und Freund Leon (9) – ist Nabu-Mitglied und engagiert sich gern im Kampf gegen die ewig wuchernden Brombeeren.

Die Heide am Rand von Rödermark-Waldacker ist eine Landschaft, die ohne Hilfe des Menschen nicht überleben würde. Wildwuchs erstickt die ursprüngliche Vegetation – da muss schon die kleinste Wurzel Wildwuchs bekämpft werden.

Rödermark – Schon lange nicht mehr hat die Heide im Osten von Waldacker so prächtig wie in diesem Jahr geleuchtet, die Natur hatte die Pflanzen purpurn auf dem kargen Sandmagerboden erblühen lassen. Dass es so weit kommen konnte, dafür sorgt alle Jahre dank aufwendiger und kraftraubender Jäte-Arbeiten der Naturschutzbund (Nabu) Rödermark.

Überwiegend tut er das mit Mitgliedern, aber auch mit engagierten weiteren Helfern aus der Quartiersgruppe. Alles, was auf dem Gelände neben dem Club der Hundefreunde nicht hingehört und die ursprüngliche Vegetation überwuchert, muss raus – allem voran die kaum zu bremsenden Brombeeren mit ihren tiefen Wurzeln. „Dieses Jahr sind sie ein besonderes Problem“, erläutert Dr. Rüdiger Werner, der Vorsitzende des Nabu. Die Brombeere hat besonders stark getrieben. Und sogar die Schafe und Ziegen, die wieder als natürliche Rasenmäher auf die Heide gekommen waren, hatten sie in diesem Sommer verschmäht und einfach darum herum gefressen.

Deshalb war der Nabu dankbar, dass diesmal 13 Mitglieder und sechs weitere Helfer dem Wurzelwerk einen Vormittag lang den Garaus machten, wenn auch schwitzend und rückengeplagt. Mit dabei war Judith Berker, die erstaunt feststellte: „Als Kind, das in Waldacker groß geworden ist, habe ich nie verstanden, warum ausgerechnet die Heide geschützt ist. Jetzt, wenn sie so strahlt, ist es mir klarer.“

Und auch das Messenhausener Nabu-Mitglied Gregor Arnold war froh, dass er seinen Sohn Milo (10) und dessen Freund Leon (9) an der frischen Luft beschäftigen und dabei die Natur näher bringen konnte. Das ungute Gefühl dabei: Es ist kein echtes Ende abzusehen, die Brombeeren sind hartnäckig, sie kommen alle Jahre wieder.

„Der Kreis hat sich jetzt wohl aber bereit erklärt, eine Spezialfirma einzusetzen, die das Mulchen und Entwurzeln übernimmt, doch derzeit scheitert es an Kapazität der Firmen“, erläuterte Werner. So lange muss weiter der Mensch ran. Egal, wie weh am nächsten Tag der Rücken tut. Eine tiefviolette Heidelandschaft dankt es den Helfern im nächsten Jahr.  (Christine Ziesecke)

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