Doppelmord immer noch ungeklärt: Wer tötete Dr. Claus und Zohre Lange?

Fast 22 Jahre nach Bluttat in Rödermark: „XY“ sucht Mörder

Trotz hoher Belohnung und intensiver Fahndung hat die Polizei den Mörder von Zohre und Claus Lange nach fast 22 Jahren immer noch nicht gefunden.
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Rödermark: Trotz hoher Belohnung und intensiver Fahndung hat die Polizei den Mörder von Zohre und Claus Lange nach fast 22 Jahren immer noch nicht gefunden.

Der Mord an dem Arzt-Ehepaar Zohre und Claus Lange schockt im Frühjahr 1999 ganz Rödermark. Die Putzfrau hatte die 55 Jahre alte Frauenärztin und ihren 58-jährigen, in der Reisebranche tätigen Ehemann am Morgen des 26. März in ihrem Haus in der Potsdamer Straße entdeckt – brutal erschlagen. Die Leichen hatten schwere Kopfverletzungen. Der Täter ist bis heute auf der Flucht.

Rödermark - Am Mittwoch, 4. November, berichtet das ZDF in „Aktenzeichen XY-Spezial – Cold Cases“ über den Doppelmord, der vor fast 22 Jahren geschah. Die Sendung beginnt um 20.15 Uhr. Den Ablauf des Verbrechens konnte die Polizei weitgehend rekonstruieren. In den Abendstunden des 25. März wurden Dr. Claus und Zohre Lange in ihrem Einfamilienhaus im Breidert überfallen und getötet.

Der oder die Täter stahlen diverse Gegenstände, die noch nicht wieder gefunden wurden. Verschwunden bleiben eine auffällige, mehrfach geschlungene Goldkette, eine Uhr und zwei Taschen von Zohre Lange sowie die Brillen der Opfer. Einen Raubmord schloss die Polizei aber aus.

Trotz einer mit 19 Beamten gebildeten Sonderkommission „Soko Breidert“ konnte die Tat bisher nicht aufgeklärt werden. „Für die Ermittler ist aufgeben aber keine Option – denn Mord verjährt nicht“, sagt Michael Malkmus vom Polizeipräsidium Südosthessen.

Die Polizei verfolgte viele Spuren, ohne Ergebnis. 2000 hatte unsere Zeitung gefragt: „Musste das Paar sterben, weil Deutschlands meist gesuchter Verbrecher Dieter Zurwehme auf seiner Flucht zufällig durch Ober-Roden kam?“ Eine Nachbarin will ihn gesehen haben. Doch im Gegensatz zu anderen Taten hatte er damals jede Beteiligung an dem Doppelmord abgestritten.

Im Jahr 2004 hatte die Mordkommission 2500 Männer, die Kontakt zu Zohre und Claus Lange hatten, um eine Speichelprobe gebeten. Die Proben wurden mit einer Spur verglichen, die der Mörder im Haus zurückgelassen hatte. Ergebnis? Auch hier Fehlanzeige.

Der Doppelmord im Breidert war nicht das einzige Gewaltverbrechen, das Rödermark im Frühjahr 1999 erschütterte. In der Nacht zum 1. Mai hatte ein 22-Jähriger vor einer Urberacher Billard-Stube Timo Hinrichs (23) erstochen. Der Bluttat vorausgegangen war ein eigentlich harmloser Rempler des Opfers gegen den jüngeren Bruder des Mörders. Den rächten die beiden mit dem tödlichen Messerangriff. Der Mörder wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.  (Michael Löw)

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