Urlaubspfarrer Dr. Jude Njoku braucht Hilfe aus Deutschland

Rödermark: Kirchengemeinden sammeln nach Brand für Priesterseminar in Nigeria

Dr. Jude Njoku
+
Rödermark: Pfarrer Dr. Jude Njoku

Wohl schon der zweite Sommer wird in der Gallus-Gemeinde in Rödermark-Urberach ohne den beliebten und kontaktfreudigen Pfarrer Dr. Jude Njoku aus Nigeria vergehen. Der katholische Priester, der seit vielen Jahren die Urberacher und teilweise auch Ober-Röder Pfarrer in der Ferienzeit und darüber hinaus vertritt, leidet darunter sehr – er liebt die Arbeitsbesuche und die freundliche Aufnahme hier in der Stadt.

Rödermark - Pfarrer Dr. Jude Njoku hat n seinem Heimatland ein weiterer Schlag getroffen. Pfarrer Klaus Gäbler und den Pfarrgemeinderat von St. Gallus erreichte eine bedrückende Nachricht mit erschreckenden Bildern: In einem der Wohntrakte des Priesterseminars, das von Pfarrer Jude Njoku geleitet wird, war ein Feuer ausgebrochen – vermutlich durch einen technischen Defekt. Der Verdacht, dass es einen religiösen Hintergrund gibt und die radikalislamische Terrorgruppe Boko Haram den Brand gelegt hat, scheint sich nicht zu bewahrheiten. Christliche oder westliche orientierte Einrichtungen sind regelmäßig Ziel ihrer Anschläge.

Der Schlafbereich in Dr, Njokus Priesterseminar ist komplett ausgebrannt, fast das gesamte Inventar ist zerstört. Die Betroffenen der insgesamt rund 600 Seminaristen und Lehrkräfte müssen seit dem Brand bei Anderen unterkommen.

Der reine Sachschaden beläuft sich nach derzeitigen Schätzungen auf rund 30 000 Euro. Für europäische Verhältnisse ist das eine eher kleine Summe; den Seminarleiter und sein Team stellt sie allerdings vor unlösbare Probleme. Nun müssen alle von den lehrenden Priestern über die Handwerker und Techniker in den eigenen Reihen bis zu den Seminaristen mit anpacken beim Wiederaufbau, um so schnell und so preiswert wie möglich wieder zu einer Normalität zu gelangen.

Denn mit finanziellen oder praktischen Hilfen ist nicht zu rechnen. Zwar gibt es auch in Nigeria eine Brandversicherung. Doch die eventuell gezahlten Erstattungen kommen – wie Pfarrer Njoku dort schon vielfach erlebt – nicht im Priesterseminar an, sondern wandern „unterwegs“ in andere Taschen. Das Land liegt im Korruptionsindex von „Transparency International“ ganz weit hinten auf Platz 149.

Bardo Suderleith, Urberacher Kontaktperson und guter Geist bei den Kontakten nach Nigeria, erinnert sich nur ungern an die verzögerte Zustellung der Spenden der letzten Aktion aus Rödermark. Pfarrer Njoku konnte damals dank vieler Helfer mit einem Schiffscontainer voller Sanitär- und Gartenbedarfsartikel zurück nach Westafrika reisen. Als der Container endlich im Zielhafen ankam, konnte er aber so lange nicht ausgelöst werden, bis Geld floss – „Bakschisch“, ohne das in Nigeria gar nichts zu gehen scheint.

Sicher wird Pfarrer Njoku, wenn er hoffentlich im nächsten Jahr wieder in Rödermark sein wird, in seiner gewohnten und geschätzten Weise lebendig und genau über den Stand der Renovierung berichten. Inzwischen aber bitten die Pfarrgemeinde St. Gallus, die sich auch selbst an der Spendenaktion beteiligen wird, ebenso wie die Nazarius-Gemeinde in Ober-Roden die Rödermärker um finanzielle Hilfe auf das Spendenkonto der Pfarrei St. Gallus bei der Frankfurter Volksbank, IBAN: DE 68 5019 0000 000 340 41 88; Stichwort „Brandhilfe Pfarrer Njoku“.  (Von Christine Ziesecke)

Ein Feuer hat im Priesterseminar von Pfarrer Njoku zahlreiche Räume verwüstet. Verletzt oder gar getötet wurde zum Glück niemand. Doch die Renovierung ist ohne Hilfe aus Deutschland nicht zu schaffen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare