Sturmschäden und Regen setzen dem „Rodgaudom“ zu

Rödermark: Förderverein hilft bei Kirchensanierung

An zwei Wochenenden haben Marcel Kopp, Oliver Rösler und Pfarrer Elmar Jung mit einem großen Steiger das Kirchendach und die Fassaden inspiziert. Dabei mussten sie feststellen, dass die Schäden weit gravierender sind, als die Verantwortlichen der St. Nazarius-Gemeinde bisher angenommen hatten.
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Rödermark: An zwei Wochenenden haben Marcel Kopp, Oliver Rösler und Pfarrer Elmar Jung mit einem großen Steiger das Kirchendach und die Fassaden inspiziert. Dabei mussten sie feststellen, dass die Schäden weit gravierender sind, als die Verantwortlichen der St. Nazarius-Gemeinde bisher angenommen hatten.

Rund zwei Millionen Euro dürfte die Sanierung der St. Nazarius-Kirche in Rödermark kosten. Trotz diverser Zuschüsse müssen die Ober-Röder Katholiken wahrscheinlich 300 000 Euro aus eigener Kasse bezahlen. Ein Förderverein will helfen – mit klassischem Spendensammeln und kreativen Ideen.

Rödermark – „Die Freunde des Rodgaudoms“ wollen Ober-Rodens Wahrzeichen für kommende Generationen erhalten und haben sich zum gleichnamigen Förderverein zusammengetan. Ihr vorrangiges Ziel: Geld für die Sanierung der St. Nazarius-Kirche aufbringen – wahrscheinlich 300 000 Euro. Diese Summe ist nach den Schätzungen von Verwaltungsrat Hans Kemmer mindestens nötig, um die Lücke zu schließen, die im Finanzierungsplan klafft.

Sturmschäden und der Zahn der Zeit bedrohen seit vielen Jahren das Kirchengebäude und machen eine Komplettsanierung des Daches unumgänglich. Durch undichte Stellen dringt Wasser ein und beschädigt große Teile der Außen- und Innenfassaden. Eineinhalb, aber eher zwei Millionen Euro dürfte die Beseitigung kosten.

Der Bund hat 500 000 Euro zugesagt, das Bistum Mainz eine noch nicht näher definierte Teilfinanzierung. Hans Kemmer geht davon aus, dass im Mai Klarheit herrscht. Dann können die St. Nazarius-Gemeinde und ihr Architekt mit der Planung beginnen. Und der überkonfessionelle Förderverein „Freunde des Rodgaudoms“ kann gezielt auf Spendensuche gehen und um Mitglieder werben. 13 Frauen und Männer sind dem Gründungsaufruf schon gefolgt.

Der Verein formuliert sein Ziel so: „Die Wiederherstellung, die Erhaltung und Ausstattung der Kirche St. Nazarius, ihrer Gebäude, Freiflächen und Gärten auf dem historischen Kirchenhügel, sowie die Förderung kirchlicher, kultureller und gesellschaftlicher Aktivitäten und Veranstaltungen.“

Nicht nur der Sandstein der St. Nazarius-Kirche bröckelt. Die Kirchen in Deutschland verlieren immer mehr Mitglieder und Kirchensteuern. „Der Erhalt des Rodgaudoms kann in Zukunft nicht mehr durch die Katholische Kirche alleine sichergestellt werden. Angesichts massiver finanzieller Schwierigkeiten werden sich die Kirchen beider Konfessionen zukünftig wahrscheinlich auch von Kindergärten, Gemeindezentren und selbst Kirchengebäuden trennen müssen“, warnen die „Freunde des Rodgaudoms“. Sie wollen das Wahrzeichen mit seinem 53 Meter hohen Turm erhalten und das Gebäude für kulturelle Veranstaltungen öffnen.

Der Kirchenhügel ist der geschichtsträchtige Ort, an dem die Besiedlung der Röder Mark begann. Er ist das Erbe aus einer langen Zeit, als kirchliche und weltliche Gemeinde eins waren. Die „Freunde des Rodgaudoms“ sehen die Stadt Rödermark und die Kirchengemeinde deshalb gemeinsam in der Verantwortung, den Kirchenhügel zu öffnen, seine Geschichte zu erzählen und Ideen für eine weitere Nutzung zu entwickeln.

Das mit Landesgeldern geförderte Stadtumbauprojekt greift diese Initiative auf. Grünflächen mit schattenspendenden Bäumen, Sitzgelegenheiten und Freiflächen soll die bisherige Nutzungsformen der Kirchengemeinde ergänzen und Veranstaltungen wie Adventsmarkt, Freilufttheater und Konzerte ermöglichen. Der Kirchgarten und vielleicht auch der Platz vor der Kirche sollen Kommunikations- und Treffpunkt werden. (Michael Löw)

Rödermark: Dem Sandstein haben Wind und Wetter seit dem späten 19. Jahrhundert arg zugesetzt. Auch dieser Teil des „Rodgaudoms“ muss saniert werden.

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