Neuer Leiter der Volkshochschule Rödermark

Business-Englisch und Hatha-Yoga

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Frank Dörner kam Anfang des Jahres zur Kreisvolkshochschule. Zum Start des neuen Semesters wurde er Leiter der Volkshochschule Rödermark, die eine Tochter der Kreis-VHS ist. Bildungsbeflissene haben die Wahl zwischen 90 Kursen, Seminaren und Workshops.  

Ober-Roden - Englisch für das Cambridge-Zertifikat, Mathe als Abi-Vorbereitung, Entspannung nach den „Fünf Tibetern“: Frank Dörner muss die ganze Bandbreite der Erwachsenenbildung kennen und können. Von Michael Löw 

Der Germanist und Historiker ist seit Beginn des neuen Semesters Leiter der Volkshochschule Rödermark. Die Volkshochschule Rödermark (VHS) ist die Volkshochschule mit der größten Weiterbildungsdichte im Kreis. Darunter versteht man die Zahl der Kursstunden in Relation zur Einwohnerzahl, und da ist die VHS Rödermark Spitze – sehr zur Freude ihres neuen Leiters Frank Dörner. Auf diesen Wert kann der Chef von 80 haupt- und freiberuflichen Pädagogen, die pro Semester rund 90 Kurse geben, aufbauen. Zu verdanken hat er ihn seiner Vorgängerin Luise Oberdorfer, die besonders den Deutschunterricht intensiviert hat.

Frank Dörner (52) hat Geschichte und Germanistik studiert und noch während des Studiums an der Fernuni in Hagen/Nordrhein-Westfalen gejobbt. In der Erwachsenenbildung habe er „ganz klein angefangen“, erzählt er. Eine ABM-Stelle (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) war in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit sein Einstieg in die Volkshochschule Hagen. Dort war er zeitweise sowohl Pädagoge als auch Verwaltungsfachmann. Seit Januar 2018 ist er Leiter des Fachbereichs Politik, Gesellschaft und Umwelt an der Kreisvolkshochschule Offenbach und seit Beginn des Wintersemesters Leiter der VHS Rödermark.

Die ist ein Sonderfall in der VHS-Familie, weil sie eine Tochter der Kreis-VHS ist. Alle übrigen befinden sich in kommunaler Trägerschaft. Diese Sonderrolle hat sie der Gebietsreform 1977 zu verdanken, als sie aus dem Kreis Dieburg in den Kreis Offenbach wanderte.

„Wir sind ein Fullservice-Betrieb in Sachen Bildung“, umreißt Dörner die Bandbreite des Angebots. Die VHS Rödermark decke zwischen Business und Kreativität (fast) alles ab: Sprachen, Computer, Mode, Sport, Kunst Entspannung. Ihre Kurse richten sich an alle, die sich beruflich oder privat weiterbilden wollen.

Besonders intensiv lernen zum Beispiel Handwerker aus den osteuropäischen EU-Ländern Deutsch. Deren Motivation ist sehr hoch, weil sie nur mit guten Sprachkenntnissen Aufträge an Land ziehen können. Ihre Frauen wiederum besuchen Deutschkurse der Kinder wegen.

75 Prozent von Dörners Klientel sind Frauen jenseits der 40. Männer kommen nach seiner Erfahrung erst zur VHS, „wenn sie was brauchen“. Dann aber ist"s egal, ob sie – wie besagte Handwerker – einen Sprachkurs für den Job oder Rückengymnastik für die Entspannung belegen.

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Vielen Teilnehmern geht es auch um die sozialen Kontakte. Die ergeben sich fast zwangsläufig, weil VHS-Kurse im Gegensatz zu Sprachschulen recht lange dauern, sich manchmal über mehrere Semester von Leistungsniveau zu Leistungsniveau steigern.

Und wo möchte der neue Leiter eigene Akzente setzen? Frank Dörner will stärker mit Oberstufenschülern und Vereinen zusammenarbeiten. „Die Zielgruppen dort abholen, wo sie sind“, sagt er. Für Entspannungskurse sucht er Räume, die auch die passende gedämpfte Atmosphäre ausstrahlen. Afterwork-Wellness und Deutsch für junge Flüchtlinge sind nicht unbedingt die Traum-Parallelveranstaltungen.

Dörner möchte zudem Kurse an besonderen Orten anbieten. Der Spielzeugladen Nowak oder die Kaffeerösterei Hansen könnten solche Orte sein. Noch lieber wäre dem VHS-Leiter ein Rödermärker Bildungshaus, in dem sich Volkshochschule, Bücherei und Kultur unter einem Dach befinden: „Aber das ist wohl ein Traum.“

Infos unter www.vhs-roedermark.de

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