Fuldaer Projekt weckt Hoffnungen

Ober-Roden (lö) - Die iPad-Klasse der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda war gestern hessenweit in aller Ohr. Den halben Morgen diskutierten die Hörer von HR3 über Sinn und Unsinn des Lernens am Computer.

Die komplette 8c des Fuldaer Gymnasiums war mit den fast 500 Euro teuren Tabloid-Computern ausgerüstet worden. An der Nell-Breuning-Schule (NBS) war das Lernen ohne Bücher und Hefte von 2005 bis 2009 in der Oberstufe Alltag. Dort gab es Laptop-Klassen. Nach vier Jahren stoppte der Kreis ein nach Ansicht von Rektor Jochen Zeller zukunftsweisendes Projekt. Grund: Der Schulträger befürchtete, dass die Elft- und Zwölftklässler massenhaft Verbotenes aus dem Internet herunter laden und durch sorgloses Surfen gefährliche Viren auf das gesamte NBS-Netzwerk holen.

Die Schüler und Oberstufenleiter Werner Damm, der die Laptop-Klasse initiiert hatte, waren überwiegend begeistert. Eltern schwankten zwischen vorsichtiger Zustimmung und gehöriger Skepsis. Ein mobiler Computer kostete damals mindestens 1 000 Euro. Sie befürchteten, dass der Laptop mehr als Statussymbol denn als Lernmittel dient.

NBS blickt mit gewissem Neid nach Fulda

„Natürlich mussten wir Lehrer aufpassen, dass die Schüler nicht im Internet surfen“, berichtete Damm gestern. Er verhinderte das weitgehend, indem er ganz klar umrissene Rechercheaufträge gab. Das rät er auch den Fuldaer Kollegen: „Einfach nur sagen, schaut mal im Internet, reicht nicht.“

Zum verbotenen Surfen brauchen Schüler heute keine Laptops mehr. Drei schnelle Clicks auf dem Smartphone - und schon wissen sie, wann Otto von Bismarck das deutsche Reich regierte.

Damm und Zeller hoffen, dass auch der Kreis Offenbach seine Vorbehalte gegen Laptop- oder iPad-Klassen aufgibt. „Wenn die Sicherheit für unser Netzwerk technisch herstellbar wäre, wäre das vor allem in der Oberstufe ein geeignetes Instrument“, sagte Zeller.

Zwar blickt die NBS mit einem gewissen Neid nach Fulda. Doch auch Rödermarks größte Schule ist computertechnisch nicht von gestern. Die so genannten Smartboards, die in gut einem Dutzend Klassen die Tafeln ersetzen, ermöglichen den Schülern Internetrecherche, Datenspeicherung auf einem persönlichen Konto und E-Mails auf den heimischen Laptop oder iPad.

Rubriklistenbild: © dpa

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