Gemeindezentrum von St. Gallus

Markante Spitzenarchitektur

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Eine Vertreterin der „netzwerkarchitekten“ stellte die Besonderheiten des Gemeindezentrums vor. Der interessante Termin hätte mehr Besucher verdient gehabt.

Urberach - Am vergangenen Wochenende präsentierten Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner in Hessen bereits zum 24. Mal ein umfangreiches Programm. Zu besichtigen war dabei auch das Gemeindezentrum St. Gallus.

87 Objekte aus Wohn- oder öffentlichen Gebäuden, Schulen, Museen oder auch gelungenen Umbauten und Sanierungen wurden diesmal zum Tag der Architektur in Hessen von der Architekten- und Stadtplanerkammer den Bürgern vorgestellt. So können Besucher ganz authentisch erfahren, welche Chancen das Bauen mit Architekten bietet. Aus Rödermark war das katholische Gemeindezentrum St. Gallus in der Traminer Straße dabei.

Das Zentrum war im Juni 2014 eingeweiht worden; zuvor war es von der Darmstädter „netzwerkarchitekten GmbH“ mit den Bauherren angedacht und geplant worden. Am Sonntag erinnerte Petra Lenschow vom Netzwerk, das den Bau auch zum Tag der Architektur angemeldet hatte, noch einmal an viele Planungs- und Gestaltungsschritte, die zu dem markanten und letztlich unverkennbaren Bauwerk geführt haben. Ursprünglich war die auffallende und manchmal im strahlenden Sonnenschein eher wuchtig wirkende goldfarbene Fassade aus verwitterndem Lärchenholz geplant; schließlich wurde auf Wunsch und in Zusammenarbeit mit dem Planungsteam der Gemeinde die jetzige Lösung mit eloxierten Aluminiumplatten ausgeknobelt. Der finanzielle Rahmen für einen zusätzlichen Keller und einen Aufzug etwa wurde erst nach der fast fertigen Planung von der Gemeinde ermöglicht, was einiges Umdenken erforderte. Typisch für den Bau ist die große Offenheit. In aller Vielfalt der Räume lassen sich viele Wände verschieben oder bietet sich wie etwa im Foyer eine große Weite durch die feuerfeste Glaszwischenwand und die nach oben in die sechs Spitzen hinein offenen Raumhöhen. „Eine transparente Erdgeschosszone und ein darüber schwebendes Dachvolumen mit sechs Satteldächern“, liest sich das in der Ausschreibung zum Tag der Architektur. Und: „Das Obergeschoss kontrastiert in seiner Homogenität die Fassade des Erdgeschosses: Metallschindeln wurden hier präzise in der Verkleidung der Geometrie von Wand- und Sattelflächen eingesetzt.“

Ob Gruppenräume, Pfarrsaal oder – im eigens dafür ausgebauten Keller – Jugendräume, eines scheint allen gleich: Sie werden nach fast vier Jahren mittlerweile gut frequentiert und auch von Gruppen der Stadt wie etwa der Sprachförderung mitgenutzt. Dafür sind Pfarrer Klaus Gaebler ebenso wie Verwaltungsratsmitglied Ingrid Killian dankbar. Und auch die Finanzierung des rund zwei Millionen Euro teuren Objekts läuft – nicht zuletzt dank aktiver Hilfe durch Gemeindeprojekte. (chz)

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