Ein Jahr Corona: Gemeinschaft kommt zu kurz Konfirmanden vermissen persönliche Kontakte

Rödermark: Konfirmanden vermissen persönliche Kontakte

Pfarrer, Kameramann und Souffleur für die Texte, die Victoria Giersberg für den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden in die Kamera spricht, ist Oliver Mattes in der Petruskirche.
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Rödermark: Pfarrer, Kameramann und Souffleur für die Texte, die Victoria Giersberg für den Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden in die Kamera spricht, ist Oliver Mattes in der Petruskirche.

Der Termin hat Tradition: Die Konfirmanden, die in Rödermark an Pfingsten eingesegnet werden, stellen sich der Gemeinde vor. Doch alles andere unterscheidet sich gewaltig. Denn das, was seit vielen Jahren vor vielen stolzen Eltern und mit aufgeregten Jugendlichen in Kirchen und Gemeindehäusern stattfand, wird digital aufgenommen.

Rödermark - Mit liturgischen Texten der Gemeindepädagoginnen Elke Preising und Mairine Luttrell sowie den Pfarrern Oliver Mattes und Carsten Fleckenstein soll der Vorstellungsgottesdienst voraussichtlich am Muttertag, 9. Mai, ins Netz gestellt werden. Abgerufen werden kann er auf den YouTube-Kanal der evangelischen Kirchen Rödermarks.

So eingeschränkt wie ihr nun zusammengestückelter Vorstellungsgottesdienst verlief die Vorbereitung für die „Neuen“. Die meisten Konfistunden fanden online statt, die Fahrten entfielen und wurden in einen corona-gerechten Konfitag in den eigenen Gemeinden umgewandelt. Vieles von dem, was jungen Christen Spaß macht, nämlich die Gemeinschaft, kam absolut zu kurz.

Jugendliche, die verschiedene Schulen besuchen, lernten sich nie persönlich kennen, weil sie sich meist nur virtuell trafen. Dabei geht es den diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden noch besser als dem 2020er Jahrgang: Nur wenige sind bisher konfirmiert, alle anderen werden am Pfingstsamstag scheibchenweise eingesegnet – zu zweit oder maximal zu dritt. Einige Familien wollen auch jetzt ihr Fest noch verschieben und „wenn es dann besser ist“ im größeren Rahmen feiern.

Die Corona-Beschränkungen machen allen Beteiligten sehr zu schaffen. Nicht zuletzt den Hauptamtlichen, die statt notfalls auch mal nächtlicher Gottesdienstvorbereitung und Absprachen mit Kollegen, Musikerinnen, Musikern und Eltern nun tagelang Konzepte erstellen müssen: Wie wird jede und jeder der Einzusegnenden ins rechte Licht gerückt, ohne sich mit anderen räumlich zu überschneiden?

Bei den Dreharbeiten für den Vorstellungsgottesdienst stehen sie hinter dem Stativ und sind dabei nicht nur Kameramann und Cheforganisator, sondern auch Zettelhalter und Souffleur für die Texte der Jugendlichen und vieles mehr. Von der Arbeit, diese Video-Schnipsel ordentlich zu katalogisieren und in anstrengender Kleinarbeit vor dem Laptop zu einem runden, harmonischen Ganzen zusammenzuschneiden, ist trotz guter Programme dafür ganz zu schweigen. Für dieses Jahr scheint alles geregelt, sollte es keine starken Veränderungen mehr geben. Doch für 2022 wünschen sich alle Neukonfirmanden und ihre Familien ebenso wie alle Haupt- und Ehrenamtlichen nichts sehnlicher als ein ganz normales, geregeltes Konfirmandenjahr in Gemeinschaft.  (Christine Ziesecke)

Rödermark: Konfirmand Jonathan Filbert stellt sich der Kamera von Martin Winkler und den Regieanweisungen von Gemeindepädagogin Mairine Luttrell und Pfarrer Carsten Fleckenstein.

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