AL schafft bestes Trendergebnis / CDU, SPD, FWR und FDP verlieren leicht / AfD abgeschlagen

Grün-schwarzes Kopf-an-Kopf-Rennen

Nicht nur an Prozente und Mandate denken: AL-Fraktionsvorsitzender Stefan Gerl bekämpfte die Anspannung vor der Wahl mit Arbeit auf seiner Streuobstwiese.
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Nicht nur an Prozente und Mandate denken: AL-Fraktionsvorsitzender Stefan Gerl bekämpfte die Anspannung vor der Wahl mit Arbeit auf seiner Streuobstwiese.

Rödermark – Die Noch-Koalitionäre CDU und Andere Liste/Die Grünen haben Rödermark einen äußerst spannenden Wahlabend beschert – mit dem besseren Ende für die AL.

Die bisherigen Oppositionsparteien SPD, Freie Wähler und FDP haben allesamt etwas weniger Stimmen erhalten als vor fünf Jahren.

Klare Verliererin ist die AfD. Nur etwas mehr als eineinhalb Prozent gaben der Rechtspartei ihre Stimme. Aber auch das reicht für einen Sitz in der neuen Stadtverordnetenversammlung.

Das Trendergebnis, das nur die Stimmzettel mit einer reinen Listenwahl ohne Kumulieren und Panaschieren erfasst, stand erst kurz vor 23 Uhr fest. Das war wegen der vielen Briefwähler über zwei Stunden später als bei der Kommunalwahl 2016.

Nach den ersten fünf Stimmbezirken hatte der Trend das Endergebnis von 2016 noch umgedreht. Die AL war Richtung 40 Prozent marschiert, die CDU dümpelte bei knapp 25 Prozent herum. Aber der Vorsprung der Grünen schrumpfte danach zusehends. Doch er hielt bis zum Schluss.

Einige Spitzenkandidaten oder Vorstandsmitglieder waren – bei aller Vorläufigkeit – gestern Abend schon für eine Stellungnahme erreichbar.

„Wir haben uns gut geschlagen“, freute sich AL-Spitzenkandidatin Karin von der Lühe über das spannende Rennen gegen die CDU. Die werde den Grünen noch den ersten Platz abjagen, weiß sie aus der Erfahrung vergangener Kommunalwahlen. Aber das 2016er Ergebnis (24,2 Prozent) wird die AL ihrer Ansicht nach übertreffen. Und das stimme sie „ausgesprochen froh“.

Auch Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann, die Nummer eins der CDU-Liste, betonte die noch recht geringe Aussagekraft der Zahlen von gestern: „Da wurden nur die reinen Parteistimmen ausgewertet. Beim Kumulieren kommt für uns erfahrungsgemäß noch etwas dazu.“ In Anbetracht der Bundespolitik (Stichworte: Maskenskandal und Corona) war er mit 32,6 Prozent „soweit zufrieden“.

„Bei uns macht sich rationale Nüchternheit breit. Denn wir hatten gehofft, dass wir zweistellig bleiben“, kommentierte FDP-Spitzenkandidat Tobis Kruger die 8,9 Prozent seiner Partei. Das bedeutet nach dem Trendergebnis vier Sitze im Parlament. Vier Sitze bekämen auch die Freien Wähler (FWR). Damit könnten die F-Parteien sowohl der CDU als auch der AL zu einer Mehrheit verhelfen. Peter Schröder, die Nummer eins der FWR (10 Prozent) war „im Großen und Ganzen zufrieden“ – auch weil seine Partei vor der FDP landete. Er geht davon aus, dass die FWR diesen Vorsprung dank vieler bekannter Kandidaten noch ausbauen.

AfD-Vorstandsmitglied Joachim Roos wollte das magere Trendergebnis gestern Abend nicht kommentieren und kündigte eine Stellungnahme an, wenn das endgültige Ergebnis feststeht.

Trotz extrem hoher Briefwahlbeteiligung – sie lag nur wenige Stimmen unter der Gesamt-Wahlbeteiligung von 2016 – war der Andrang in den Wahllokalen groß gewesen. „Ich bin erstaunt über diese gute Frequenz“, sagte Markus Wehner, der im Bezirk 1 (südliches Alt-Ober-Roden) die Stimmzettel ausgab, gegen 16.30 Uhr. Er glaubte an eine Rekordbeteiligung und behielt damit recht – rund 52 Prozent.

Von Michael Löw

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