„Sporthalle im Gleisdreieck wieder aufmachen“

Rödermark: Corona-Lockdown geht Tischtennisclub DJK Ober-Roden an die Substanz

Arno Mieth
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Arno Mieth, Vorsitzender Tischtennisclub DJK Ober-Roden

Jede Verlängerung des Lockdowns macht die Probleme des organisierten Sports und den Frust über den Stillstand größer. Arno Mieth, der Vorsitzende des Tischtennisclubs DJK Ober-Roden, hat große Angst, dass die Mitglieder – egal, ob an der Platte oder im Vorstand engagiert – ihre Motivation verlieren. Mieth zieht ein Fazit des ersten Corona-Jahres und stellt einige Forderungen an die Politik zur Diskussion. Er hat aber auch bemerkt, dass die DJK"ler ihren Verein nicht im Stich lassen.

Rödermark - Trotz Corona laufen viele organisatorische Arbeiten im Hintergrund weiter. „Was jetzt noch hinzukommt, ist die Motivation der Vorstandskollegen und das Anhören von Sorgen der Eltern, deren Kinder seit November nicht mehr zum Tischtennis gehen dürfen, obwohl die hessische Landesregierung Tischtennis als Kontaktlos-Sportart einstuft und das Training unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen erlauben würde“, berichtet Arno Mieth, der Vorsitzende des Tischtennisclubs DJK Ober-Roden. Doch Landrat Oliver Quilling habe alle Kreishallen gesperrt, um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen.

Arno Mieth und DJK-Jugendleiter Peter Albrecht haben einen Brief, der mehr ein Hilferuf ist, an Bürgermeister Jörg Rotter geschrieben. Anstelle einer Weihnachtsfeier haben sie die jungen Mitglieder persönlich angesprochen, um nicht den Kontakt zu ihnen zu verlieren. Ergebnis: „Nach zwei Monaten ohne Sport war aber leider die Stimmung bei allen gedämpft, da sie momentan nicht die Möglichkeit haben, Tischtennis zu spielen oder andere sportliche Aktivitäten wahrzunehmen.“

Die Eltern gaben den Vorstandsmitgliedern mehrere Botschaften mit auf den Weg: Ohne Sport hätten die Kinder mit Gewichtsproblemen zu kämpfen und würden überdurchschnittlich viel Zeit im Internet verbringen. Alle Eltern wünschen sich eine Öffnung der Hallen gemäß den Vorschlägen der Landesregierung, damit wieder Sport, wenn auch kontaktlos, möglich ist. Erfreulich war der Besuch bei Philipp Malsy (10), dem Mieth zur Aufnahme in den Hessenkader gratulierte. So hat das DJK-Talent wenigstens die Möglichkeit, dreimal pro Woche in Frankfurt zu trainieren. Dies ist aber nur durch das Engagement seiner Eltern möglich, die ihn pro Woche hunderte Kilometer zum hessischen Trainingsstützpunkt fahren. Der Verein könne die weitere Förderung derzeit nicht unterstützen, weil die zu Fuß erreichbare kreiseigene Sporthalle, im Corona-Lockdown ist.

Nach den Gesprächen mit Eltern formuliert Jugendleiter Peter Albrecht zwei dringende Wünsche des Vereins an Stadt und Kreis: Zum einen soll die Kreishalle im Gleisdreieck hinter der Kulturhalle nach den Landesvorgaben so schnell wie möglich wieder für den Tischtennissport geöffnet werden. Ein genehmigtes Hygienekonzept habe der TTC-DJK im Sommer ja schon monatelang erfolgreich umgesetzt.

„Wir brauchen die Unterstützung der Stadt, damit der Kreis die Maßnahmen des Innenministeriums umsetzt und unsere Nachwuchsspielerinnen und -spieler und auch die Mitglieder endlich wieder Sport treiben können. Man kann Kinder nicht monatelang sich selbst überlassen“, scheibt Albrecht weiter.

Der Großteil des Vorstandes ist laut Arno Mieth „sehr deprimiert“. Seit November ist der Sportbetrieb auf Null. Alle Punktspiele sind abgesagt. Und was ganz weh tut: „2020 war unser 60-jähriges Jubiläumsjahr. Wie hatten viele Events dazu in der Planung – alles abgesagt.“ Außerdem gab es keine Vereinsmeisterschaften und kein Sommerfest, Ausflüge wurden abgesagt und Vorstandssitzungen per unpersönlicher Videokonferenz abgehalten. Erfreulich ist für Albrecht und Mieth, dass die Mitglieder den Verein nicht im Stich lassen, sondern ihm die Treue halten: „Wir sind kommunikativ enger zusammengerückt, und wir haben noch nie so viele Briefe an die Mitglieder geschickt wie in besonderen Jahr.“  (Michael Löw)

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