Sportbegeisterte Vierbeiner

Hundefreunde Waldacker: 22 Hunde beim Treibball-Cup

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Die große Kunst beim Treibball-Cup: Gemäß dem neuen Regelwerk müssen die Bälle genau in der Reihenfolge der Ziffern im symbolischen Tor landen, die „1“ also zuerst. Dabei können die Hunde doch gar nicht lesen ...

Waldacker - Und immer tüchtig das Bällchen schubsen: 22 Hunde nahmen diesmal am Treibballcup der Hundefreunde Waldacker teil, einem Wettbewerb mit durchaus sportlichen Ambitionen.

Treibball-Cup beim Club der Hundefreunde in Waldacker (CHW): Was ein wenig obskur klingt, ist tatsächlich eine Riesengaudi für Mensch und Hund mit durchaus sportlichem Hintergrund. 22 vierbeinige Teilnehmer in sechs Kategorien traten diesmal an, um unterschiedlich große Gymnastikbälle verschiedener Farben und mit Nummern versehen in einen als Tor markierten Auslauf zu treiben. Angetrieben wurden sie dazu von ihren laut schreienden Frauchen und Herrchen.

Jede Menge Arbeit hatten aber auch die „Ball-ett-Girls“ des Clubs, die zwischen den Kategorien und vor den Starts die richtigen Bälle an die vorher im Rasen markierten Stellen deponieren mussten – sehr zur Freude des Platzsprechers Uwe Klostermann, der fürs nächste Mal aber humorvoll Tutus und neue Choreografien einforderte.

So ist Treibball: nicht so bierernst wie manche Hundesportarten, stets mit sehr viel heiteren Intermezzi verbunden, wenn die Vierbeiner wieder einmal partout erst den Ball mit der Ziffer „3“ im Tor versenken wollen, obwohl doch die Reihenfolge streng eingehalten werden muss und deshalb zuerst die „1“ dran wäre…

Den großen Charme dieser Sportart für Hunde, Halter und Zuschauer zugleich hat inzwischen auch der DVG, der Deutsche Verband der Gebrauchshund-Sportvereine, entdeckt und ihr deshalb prompt mit einem neuen nationalen Regelwerk einen allseits gültigen Rahmen verpasst.

„Wir haben uns sofort darauf eingelassen und haben uns selbst darin weitergebildet“, erläutert Uwe Klostermann, neben Dr. Susanne Kaul – beide vom CHW - die ersten anerkannten Preisrichter beim Verein, von denen in Zukunft immer mehrere vor Ort sein müssen. An diesem Wochenende lernten denn auch Sylvia Klein und Sandra Herbst als Richteranwärter noch dazu.

Von nun an bekommen die Hunde ihre in einem Turnier erworbenen Punkte in einer Rangliste aufgerechnet und sind entsprechend am Jahresende berechtigt, in ihrer Kategorie an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. „Das neue Regelwerk hat dem Sport einen gewaltigen Schub nach oben gebracht, hat allerdings auch andere Tücken“, erklären die Juroren. So braucht jedes Gelände jetzt eine Bandenumzäunung. Und die Bälle müssen von den Vierbeinern in Zukunft streng nach numerischer Reihenfolge in den Auslauf, das symbolische Tor, geschubst werden.

Treibball-Cup für Hunde in Waldacker: Fotos

Amüsant war beim Turnier etwa auch Bounty, neben Stella, Arij und Ryo einer der vier angetretenen Hunde des CHW, der schlichtweg zwischendrin mal eine Pause einlegte und in ein lautes Geheul auf dem Platz ausbrach.

Die Preisrichter sind aber auch in ihren Handlungen flexibel – so überlegten sie bei knapp 30 Grad Mittagstemperaturen auf dem besonnten Platz, den Hunden ihren dritten Durchgang nachmittags gegebenenfalls zu ersparen. „Das muss ja nicht zum Stress werden.“

Fachwissen, Ausbildung und dazu eine gehörige Portion Mitgefühl mit Hund und manchmal auch Mensch macht die Juroren aus dem CHW auch schon anderweitig gefragt. Sie wurden bereits mehrfach aus ihrem Verband Rheinland-Pfalz/Hessen angefragt, ihr neues Wissen weiterzugeben. Der Bedarf ist groß. Allein im Monat Mai finden im weiteren Umkreis vier Turniere erstmals nach dem neuen Regelwerk statt. Kontakt und Informationen: www.chw1968.de.

Davor allerdings kommt noch der 1. Mai. Dann stellt der Verein auf seinem Gelände einen Maibaum, der anschließend gebührlich begossen und mit Steak, Bratwurst und Kartoffelsalat mitten im Gelände begrüßt wird. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen. (chz)

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