Sinnesanreize können bei Demenzkranken kleine Wunder bewirken

Ichó-Bälle für Heimbewohner in Rödermark

Spendenübergabe mit Ball: Norbert Wolf, Willi Burg und Wolfgang Mengler ließen sich von Sigrid Breslein vom ProMorija-Freundeskreis (links) im Beisein der Heimleiterin, Schwester Sibylle Heiss (links), und des ProMorija-Vorsitzenden Hans Hedtke (rechts) den Ichó-Ball erklären.
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Spendenübergabe mit Ball: Norbert Wolf, Willi Burg und Wolfgang Mengler ließen sich von Sigrid Breslein vom ProMorija-Freundeskreis (links) im Beisein der Heimleiterin, Schwester Sibylle Heiss (links), und des ProMorija-Vorsitzenden Hans Hedtke (rechts) den Ichó-Ball erklären.

Zwei spezielle Therapiebälle bringen noch mehr Lebensfreude ins Altenpflegeheim Haus Morija in Rödermark. Hinter der schlichten Oberfläche der sogenannten Ichó-Bälle verbirgt sich ein Wunderwerk der Technik, das per Fernbedienung gesteuert werden kann. Sobald man den Ball bewegt, gibt er Geräusche, Farben oder Musik von sich.

Ober-Roden - Zwei treue Spender ermöglichten die Anschaffung der Bälle, von denen jeder rund 1500 Euro gekostet hat: die Sparda-Bank Hessen und der Lions-Club Rodgau-Rödermark. Die Idee kam aus dem ProMorija-Freundeskreis, dessen Vorstandsmitglied Sigrid Breslein sich auch um die Einarbeitung in die Technik kümmerte.

Die Reize aus der Kugel lösen bei den Menschen Gefühle aus, wecken Erinnerung und setzen längst verschüttet geglaubte Aktivitäten in Gang. Nach einem vorsichtigen Herantasten an die vielfältigen Möglichkeiten ist auch Heimleiterin Sibylle Heiss völlig überzeugt: „Die ersten Bewohner in der Wohngruppe Mohn, in der ausschließlich demente Menschen leben, bekamen strahlende Augen und ließen sich vollauf die Funktionen von Singen bis Raten ein.“ So hatte ein Bewohner, der früher einen Hof bewirtschaftete, große Freude an der Funktion Bauernhof: „Das ist mal schön!“

Gackern und Muhen aus dem Kunststoffball

Bei der Bewegung des Balles erklingen zum Beispiel verschiedene Tierlaute; in einer anderen Funktion müssen die Tiere erraten werden und vieles mehr. Wechselnde Farben aus dem Inneren des Balles, wechselnde Themen wie Gedächtnistraining, Musik (zum Zuhören oder zum Mitsingen), Rätsel oder Entspannung: Die Nutzer merken rasch, dass es nur weitergeht, wenn sie den Ball in Bewegung halten. Menschen, die kaum sprechen oder singen, lassen sich auf diesen Anschub ein und werden selbst aktiver. Der Helfer am Rand, der mit der Fernbedienung das technische Innenleben des Ichó-Balls steuert, kann dies zur weiteren Programmierung nutzen.

„Wir haben jetzt schon strahlende Augen erlebt, als wir den Ball in der beschützenden Wohngruppe Mohn eingesetzt haben, und wir freuen uns auf weitere Erfahrungen“, sagte Sibylle Heiss bei der Überreichung der Spenden. 2 500 Euro hatte der Leiter der Offenbacher Sparda-Filialen, Patrick Georg, im Gepäck. 1 500 Euro überreichten Wolfgang Mengler, Norbert Wolf und Willi Burg vom Lions-Club Rodgau-Rödermark, der das Haus regelmäßig unterstützt. Auch Hans Hedtke, der Vorsitzende des ProMorija-Freundeskreises, dankte beiden Großspendern.

Rödermark: Ein Lächeln ist der schönste Dank

„Das Lächeln in den Augen dieser Menschen hier ist für uns der schönste Dank. Und das durften wir hier auch schon oft erleben“, betonte Willi Burg von den Lions. Auch Patrick Georg von der Sparda-Bank freute sich über das sichtbare und spürbare Ergebnis der Spenden. Er bringt regelmäßig Erlöse des Gewinnsparvereins seiner Genossenschaftsbank; allein im vergangenen Jahr unterstützte die Sparda-Bank Hessen 670 Projekte mit rund 1,6 Millionen Euro.

Nicht nur die treuen Stammspender halfen dem Freundeskreis, die beiden Ichó-Bälle zu finanzieren. Auch private Spender beteiligten sich daran, ein wenig Freude in die Gesichter der betagten oder kranken Menschen im Haus Morija zu zaubern.

Der Rest des Betrages, den die Sparda-Bank mitgebracht hatte, wird wie seit vielen Jahren für die Verbesserung der Lebensqualität der Heimbewohner eingesetzt. Ohne Hilfe von außen würde der regelmäßige Etat für viele lebens- und liebenswerte Extras nicht ausreichen. (Von Christine Ziesecke)

Wieder einmal übergab Patrick Georg, Leiter der Sparda-Bank-Filialen Offenbach (Mitte), eine Spende an Hans Hedtke, den Vorsitzenden des ProMorija-Freundeskreises. (rechts) und an die Leiterin des Hauses Morija, Schwester Sibylle Heiss (links).

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