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Rödermark: Im Elektromobil durch die Stadtteile

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Von: Michael Löw

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Hinter der Kulturhalle stehen Ladesäulen, an den Roger Schiers und seine Kollegen den „Hopper“ tanken können. Die Mercedes-Minibusse haben im Optimalfall eine Reichweite von 560 Kilometern.
Hinter der Kulturhalle stehen Ladesäulen, an den Roger Schiers und seine Kollegen den „Hopper“ tanken können. Die Mercedes-Minibusse haben im Optimalfall eine Reichweite von 560 Kilometern. © Löw

Der „Hopper“, ein per Handy-App oder Telefon flexibles buchbares Ruftaxi, rollt ab 1. September durch Rödermark. Die Kreisverkehrsgesellschaft (kvg) Offenbach beginnt diesen Fahrservice mit vier Elektro-Kleinbussen, die sechs Passagieren Platz bieten. Im Vollbetrieb sollen"s dann sechs Fahrzeuge sein. Auch ein Modell mit barrierefreiem Zugang soll zur Flotte zählen und eine rollstuhlgerechte Beförderung gewährleisten.

Geschäftsführer Andreas Maatz, Jutta Ruth, Roger Schiers und Maximilian Maisel von der kvg stellten den „Hopper“ gestern gemeinsam mit Bürgermeister Jörg Rotter vor. Rödermark folgt dem Beispiel anderer Kreiskommunen. Maatz berichtete von guten Erfahrungen in Seligenstadt, wo der „Hopper“ seit drei Jahren unterwegs ist: „Trotz Corona hatten wir in dieser Zeit 60 000 bis 80 000 Fahrgäste im Jahr.“

Die in Weiß und Mintgrün lackierten „Hopper“ binden dann auch bislang eher „abgelegene“ Ziele wie Messenhausen, die Bulau oder den „Bienengarten“ sowie Gewerbe- und Neubaugebiete gut ans ÖPNV-Netz an. „Insbesondere für ältere Menschen eröffnen sich neue, flexible Möglichkeiten, etwa dann, wenn Einkäufe zu erledigen sind oder Fahrten zu Ärzten anstehen“, betont Rotter. „Unsere kommunale Infrastruktur profitiert in starkem Maße“, ist auch die Erste Stadträtin Andrea Schülner von der neuen Offerte überzeugt. Der „Hopper“ macht den Taxi-Service „Bahnhof-Direkt“ überflüssig. Ab 2023 gibt es deshalb unter eben dieser Überschrift keine Fahrten mehr.

Und wie funktioniert eine „Hopper“-Tour im Alltag? Man registriert sich über die „kvgOF Hopper App“. An-schließend werden Start und Ziel innerhalb von Rödermark angegeben. Die App lotst den Nutzer zum nächsten Haltepunkt. Im Abstand von 200 Metern können potenzielle Stopps angesteuert werden. Ein computergestütztes System verknüpft die Routenwünsche der Kundschaft effizient. „So kurz wie möglich“ lautet die Vorgabe im Hinblick auf die Streckenlänge und die Fahrzeiten.

Der „Hopper“ kann auch per Telefon geordert werden. Als erster Schritt erfolgt eine einmalige Registrierung im Rödermärker Bürgerbüro (z 06074 911-712). Ist das erledigt, kann man bei der kvgOF-Telefonzentrale (z 06074 69669066) mit seinen Fahrtwünschen vorstellig werden.

Die Minibusse sind montags bis donnerstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 5 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts im Einsatz. Freitags und samstags ist ein 24-Stunden-Service vorgesehen.

Bleibt die Frage der Finanzierung. Da hielten sich Rotter und Maatz bedeckt. Eine jährliche städtische Subvention von 800 000 Euro – diese Summe befürchtet die FDP – hält der kvg-Chef für übertrieben: „Aber der ÖPNV ist immer ein Zuschussbetrieb. Und in Rödermark werden es einige hunderttausend Euro für den „Hopper“ sein.“ Nach Auskunft des Bürgermeisters gibt Rödermark bisher 300 000 Euro für den ÖPNV im Stadtgebiet aus. „Wir profitieren von mehreren strategisch günstig führenden Buslinien. Deshalb haben wir im Verhältnis zu anderen Kreiskommunen jahrelang relativ wenig Geld investiert“, begründet Rotter den „Hopper“-Einstieg.

Stadt und kvg sind indes optimistisch, dass das Flexi-Taxi besser angenommen wird als der Stadtbus, der vor gut zehn Jahren unterwegs war. Zu dessen Betrieb steuerte die Stadt per anno 150 000 Euro zu – ohne die Fahrgastzahlen des Schülerverkehrs nennenswert zu steigern. (Michael Löw)

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