25 Jahre offene Jugendarbeit im alten Feuerwehrhaus

Rödermark: „Juz bleibt in Ober-Rodens Mitte“

Von so viel Technik hätten Ober-Röder Jugendliche vor 25 Jahren nicht einmal zu träumen gewagt. Jetzt ist sie aber nur Mittel zum Zweck, denn trotz sinkender Corona-Inzidenzen ging die Stadt auf Nummer sicher und feierte das Juz-Jubiläum ausschließlich digital.
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Rödermark: Von so viel Technik hätten Ober-Röder Jugendliche vor 25 Jahren nicht einmal zu träumen gewagt. Jetzt ist sie aber nur Mittel zum Zweck, denn trotz sinkender Corona-Inzidenzen ging die Stadt auf Nummer sicher und feierte das Juz-Jubiläum ausschließlich digital.

Das alte Ober-Röder Feuerwehrhaus wurde vor 25 Jahren zum Jugendzentrum Rödermark. Just zum runden Geburtstag löst die Diskussion um die Entwicklung des Ortskerns bei Jugendlichen und Teamern Irritationen aus. Aber Bürgermeister Jörg Rotter gibt eine Standort-Garantie.

Rödermark – Seit 25 Jahren ist ein Teil des alten Feuerwehrhauses Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Doch die Diskussion um die Zukunft des 1964 eingeweihten Gebäudes trübt die Geburtstagsfreude. Und Sozialdezernentin Andrea Schülner (AL/Grüne) und Bürgermeister Jörg Rotter (CDU) senden scheinbar unterschiedliche Signale.

Die Erste Stadträtin hatte in einem Zeitungsinterview vom Abriss des Ex-Feuerwehrhauses „in nicht allzuferner Zukunft“ gesprochen. Die FDP-Fraktion machte daraus eine parlamentarische Anfrage. Sie wollte unter anderem wissen, ob es einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung mit Zeitplan gibt, ob schon Geld für einen Abriss des Jugendzentrums (Juz) bewilligt wurde und wo gegebenenfalls die Kletterwand aus dem Schlauchturm neu errichtet wird.

Laut der Antwort des Bürgermeisters gibt es weder einen Grundsatzbeschluss noch einen Zeitrahmen. Auf Nachfrage stellte Rotter gestern klar: „Wir sind mitten im ISEK-Prozess. Dabei werden drei Varianten diskutiert, doch das Juz ist immer Bestandteil der Planung für Ober-Rodens Mitte.“ Das ISEK, das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept, ist der auf zehn Jahre ausgelegte Fahrplan für die Aufwertung von Alt-Ober-Roden.

Dazu gehören auch Überlegungen den Bereich zwischen Kulturhalle und Rathaus umzugestalten – unter anderem durch mehr Sichtverbindungen. Bei diesen Gedankenspielen haben die Planer das Ex-Feuerwehrhaus digital aus dem Ortsbild gelöscht, sagte Bürgermeister Rotter: „Es hat furchtbar leer ausgesehen.“ Fahrzeughalle und Turm bleiben deshalb stehen, müssen aber eventuell umgebaut werden. Details würden in der Arbeitsgruppe Lokale Partnerschaft diskutiert, allerdings nicht öffentlich. Rotter: „Es gibt Visionen, die im Lauf des nächsten Jahres vorgestellt werden.“

Der 25. Juz-Geburtstag wurde corona-bedingt digital gefeiert: mit einem Livestream auf YouTube und anderen Plattformen. Die Zuschauer konnten sich live im Chat beteiligen.

Ein halbes Jahr lang hatten vier Rödermärker Jugendliche das Jubiläum geplant. Mit Unterstützung der städtischen Jugendarbeit haben sie Videobeiträge vorbereitet und Interviewgäste eingeladen. Bürgermeister Jörg Rotter und Erste Stadträtin Andrea Schülner hatten sich ebenfalls beteiligt.

Die vier Macher mussten nicht nur organisatorische Aufgaben bewältigen, sondern sich auch mit der Technik auseinandersetzen. „Wir haben uns jede Woche im digitalen Jugendzentrum getroffen und zum Beispiel an den Grafiken für den Stream gearbeitet“, erzählt Julian. Dabei wurden aber kreative Lösungen für verschiedene Probleme gefunden. Marcel Hitzel, langjähriger Besucher des Jugendzentrums, übernahm gemeinsam mit Stephanie Grabs, Leiterin der Fachabteilung Jugend, die Moderation. Sie leiteten ihr Publikum 220 Minuten durch den Livestream. (Michael Löw)

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