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JUZ-Pläne finden nicht nur Freunde

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Auf dieser Wiese hinter der Skaterbahn könnte das neue JUZ gebaut werden.
Auf dieser Wiese hinter der Skaterbahn könnte das neue JUZ gebaut werden. © Eyssen

Die Pläne zum Bau eines neuen Jugendzentrums am Spielpark nahe dem Badehaus finden nicht nur Freunde. Im Stadtparlament konnten sich ein Einzelabgeordneter und eine Fraktion nicht dem Grundsatzbeschluss anschließen, eine enthielt sich der Stimme.

Rödermark – -In der vergangenen Woche hatten Bürgermeister Jörg Rotter und Erste Stadträtin Andrea Schülner erste Pläne für einen Spielpark und ein Jugendzentrum hinter dem Badehaus Urberach vorgestellt. Mit den Stimmen von CDU, AL und SPD wurde nun in der Stadtverordnetenversammlung der Grundsatzbeschluss zur detaillierten Prüfung des Projekts verabschiedet. Damit verbunden ist eine Festlegung auf den Standort am Badehaus.

Die FDP und der AfD-Abgeordnete Jochen Roos stimmten dagegen, die Freien Wähler enthielten sich.

„Es muss jetzt gehandelt werden“, forderte Florian Brehm (CDU), der mit Blick auf ein neues Jugendzentrum von einer einmaligen Chance sprach, eine schnelle Umsetzung. Die Fläche hinter dem Badehaus sei der einzig realistische Standort für ein neues JUZ, so Brehm. Bereits seit 2014 würden die Jugendlichen eine Anlaufstelle fordern, die sich in der Nähe des Skateparks befindet. Der Standort sei zudem von allen Ortsteilen gut erreichbar. Mit dem Beschluss könne man wirklich etwas bewegen, freute sich Brehm. Wichtig sei, dass mögliche Umbaumaßnahmen des derzeitigen Jugendzentrums in Ober-Roden, das ein neues Konzept erhalten und künftig allen Generationen offen stehen könnte, so abgestimmt sind, dass die Jugendlichen auch während der Bauzeit eines neuen Jugendzentrums eine Anlaufstelle haben.

Lars Hagenlocher (SPD) begrüßte die Vorlage ebenfalls. Der Standort sei gut gewählt. Sollte hinter dem Badehaus ein neues Jugendzentrum gebaut werden, wäre dies eine „wichtige und überfällige Maßnahme“ für junge Menschen in der Stadt.

Positiv sei, dass bei den bisherigen Planungen Anregungen aus Umfragen und dem „Jugenddialog“ aufgenommen wurden. Jana Tüncher (AL) wies darauf hin, dass in Gesprächen mit Kindern und Jugendlichen immer wieder der Wunsch nach neuen Treffpunkten genannt werde. Durch ein JUZ hinter dem Badehaus würden viele Probleme gelöst.

Die FDP trug den Grundsatzbeschluss dagegen aus mehreren Gründen nicht mit. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Rüdiger Werner führte die geplanten Gebäudekosten von 2,5 Millionen Euro für das JUZ an, die nicht zu den städtischen Finanzen passen würden. Dass 60 Prozent der Gesamtkosten von 3,4 Millionen Euro - 900000 Euro wurden für den Spiel- und Freizeitpark veranschlagt - über das Förderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ finanziert werden könnten, überzeugte Werner auch nicht. „Auch Fördergelder sind Steuergelder, die dann anderswo fehlen.“ Zudem müsse man die Folgekosten, die durch den Unterhalt des Gebäudes entstünden, berücksichtigen. „Wir können uns ein neues JUZ auf der grünen Wiese einfach nicht leisten.“ Bei einem neuen Jugendzentrum würde zudem sicher schnell die Forderung nach neuem Personal für die städtische Jugendarbeit laut, befürchtete Werner. Statt eines neuen Jugendzentrums kann sich die FDP an dem Standort ein kleines Funktionsgebäude mit öffentlichen Toiletten und Spinden vorstellen.

Peter Schröder (Freie Wähler) teilte die finanziellen Bedenken. Die Fraktion enthielt sich. Schröder ist nicht sicher, ob Jugendliche aus Ober-Roden tatsächlich ins JUZ nach Urberach gehen. Mit Angeboten im SchillerHaus, im Gallusheim und eben dann am Badehaus würde es seiner Meinung nach zu einer Verschiebung der Jugendarbeit von Ober-Roden nach Urberach kommen.

Der AfD-Stadtverordnete Jochen Roos sieht das Gelände hinter dem Badehaus zwar als wichtigen Treffpunkt für Jugendliche, er findet die angedachten Baumaßnahmen aber überdimensioniert und fürchtet ebenfalls hohe Folgekosten.

Natürlich wäre ein neues JUZ mit hohen Kosten verbunden, merkte Bürgemeister Jörg Rotter an. „Aber wir werden nie mehr die Chance kriegen, über eine Landesförderung eine solche Einrichtung bezuschusst zu bekommen.“

Von Sascha Eyssen

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