Frühe Ernte, hohe Qualität

Kelterfreunde zapfen ersten Süßen

Ober-Roden - Voriges Jahr waren Äpfel Mangelware. Dieses Jahr wachsen sie so reichlich, dass so mancher Baum unter ihrer Last zusammenbricht. Die Ober-Röder Kelterfreunde jubilieren deshalb.

Einer der ersten Kunden im neuen Kelterjahr war der Ober-Röder Frank-Ulrich Lenz, der mit seinem Fahrrad und einem kleinen Kanister bei Stefan Hornung vorbei kam. 

Gerecht ist sie nicht, unsere Welt: Viele jammern, weil der monatelange Hochsommer die Ernte und damit ihrer Hände Arbeit zum großen Teil zunichte gemacht hat. Andere freuen sich: „Unglaublich, aber wahr! So früh wie dieses Jahr haben wir noch nie gekeltert, die Äpfel sind bereits sehr süß. Wir haben für Euch getestet!“ Diese Mail hatten am Samstagmorgen viele Bekannte und Kunden der Kelterfreunde Ober-Roden in ihrem Postfach.

Stefan Hornung, Besitzer einer Hofreite in der Frankfurter Straße 33, bot den ersten frisch gekelterten Süßen an, der am Tor direkt gekauft werden konnte. „Gerne könnt ihr dafür auch eigene Kanister oder Flaschen mitbringen“, appellierten die Kelterfreunde ans Umweltbewusstsein der Stöffche-Fans. Und es wirkte. Frank-Ulrich Lenz mit seinem Fahrrad und einem kleinen Drei-Liter-Kanister war einer der Ersten, der auf die Mail reagiert hatte und sich über die frühe Ernte freute.

Die Kelterfreunde Stefan Hornung, Ingo Teike und Michael Wahl erwarten, dass es in diesem Jahr wieder mehrere Termine geben wird – der Rohstoff ist dann nicht so knapp wie beim ersten Mal: „Wir konnten es nicht früher bekannt machen. Denn wir wussten nicht, ob er gut wird, der Neue“, erläutert Stefan Hornung den morgendlichen Mailaufruf. „Aber ich bin sehr überrascht – er ist wirklich gut.“ Der Neue ist so gut, dass der Test der Kelterfreunde 50 bis 56 Grad Öchsle als Qualitätskriterium am Apfelmost ergab. Die Zahlen in Worte übersetzt: ausgesprochen süffig. Und wenn es weiter noch warm bleibt, kann der Saft schon in gut drei Wochen zum ersten vergorenen Most werden.

Zehn Dinge, die jeder Hesse kennen sollte

Der leckere Geschmack trotz früher Ernte ist ein guter Grund, am nächsten Samstag zur Frankfurter Straße zu radeln, da, wo die große Tafel auf den Süßen verweist, und ihn selbst zu kosten. Und wer zuhause zu viele Äpfel oder Birnen hat: Kontakt zu den Ober-Röder Kelterfreunden gibt’s unter 0178/9716055, kelterfreunde@gmx.de. (chz)

Rubriklistenbild: © Ziesecke

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare