Schlange stehen in Rödermark für gesegnete Palmzweige

Kirche in Rödermark kommt zu den Gläubigen

Palmzweige auf Abstand gab es Samstag in Rödermark.
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Palmzweige auf Abstand gab es Samstag in Rödermark.

Zwei kleine Zweiglein Buchsbaum bringen Menschen dazu, in Zeiten von Corona ihr sicheres Heim zu verlassen und vor den beiden Rödermärker katholischen Kirchen Schlange zu stehen: Am Samstagvormittag etwa öffnete sich die ansonsten eher verschlossenen Kirchen für zwei Stunden nach außen, um ihren Gläubigen den Brauch der gesegneten Palmzweige am Palmsonntag zu ermöglichen.

Ober-Roden - Vor dem geöffneten Eingangsportal von St. Nazarius segnete Pfarrer Elmar Jung frisch geschnittene Buchsbaumzweige, symbolischer Ersatz für die historischen Palmwedel, und verteilte sie gemeinsam mit Gemeindereferentin Tanja Bechtloff in kleinen Sträußchen an die große Zahl der geduldig im geziemenden Abstand wartenden Gläubigen.

Kleine Osterkerzen, Segenssprüche und sogar einige Schokoladenlämmer konnten gegen eine Spende gerne mitgenommen werden. Und auch an die Palmzweige des abgelaufenen Jahres war gedacht: In einem großen Gefäß vor den Kirchentüren konnten sie abgegeben werden und werden demnächst rituell verbrannt werden.

Der Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. In Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem haben sich schon sehr früh Palmprozession eingebürgert. Am Palmsonntag werden in der Palmweihe Palmbuschen, Palmstöcke, auch echte Palmwedel, Ölzweige, Palmkätzchen oder Buchsbaumbüschel, zuvor mit Weihwasser gesegnet, in der kirchlichen Prozession als „Zeichen des Lebens und des Sieges“ mitgetragen und anschließend in den Wohnungen hinter das Kruzifix gesteck.

Oft begleitete auch ein symbolischer „Palm-Esel“ diese Prozessionen. Mit an Stöcke gebundenen und bunt geschmückten „Palmen“ zogen in den ländlichen Gegenden Kinder anschließend zu ihren Paten durch den Ort und bekamen dort Süßigkeiten.

Traditionell war der „Palmbuschen“ ein Gebinde aus sieben Naturmaterialien: Palm- oder auch „Weidenkätzchen, zusammengebunden Sal-Weide und auf lange Haselnussäste oder oft geschnitzte Stangen bis zehn Meter Länge gesteckt.

Oft werden die Palmbuschen mit Äpfeln, Orangen, Bändern, Hobelspänen, Brezeln sowie ausgeblasenen und gefärbten Eiern geschmückt. In den Kirchen wird traditionell am Palmsonntag das Vortragekreuz mit grünen und blühenden Zweigen, in der Liturgie auch mit einer roten Stola geschmückt.

Für die coronabedingt anderen Kar- und Ostertage haben die Rödermärker Kirchengemeinden nach mehreren kurzfristigen Änderungen einen Gottesdienstplan erstellt, mit dem die Menschen Kontakt zu ihrer Kirche haben können.

Die Termine für die Präsenzgottesdienste wie auch für die Online-Gottesdienste sind den jeweiligen kirchlichen Nachrichten zu entnehmen und finden sich online auf den Homepages der Gemeinden.  (chz)

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