Aufwendige Sanierung

Kita Zwickauer Straße: Wasser unter fast allen Fußböden

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Gleich hinter der Küchentür nahm das Unheil seinen Lauf. Das Wasser breitete sich unterm Estrich in alle Räume aus.

Ober-Roden - Der Wasserschaden in der Kita Zwickauer Straße kostet die Stadt einiges an Geld, obwohl die Versicherung das meiste bezahlt. Und er beschert ihr auch reichlich Ärger mit Eltern, obwohl sie für die meisten der 86 Kinder andere Betreuungsmöglichkeiten gefunden hat.

Der Bohrhammer dröhnt durch den Gruppenraum 2 der Kita Zwickauer Straße. Der Estrich muss raus, Wasser ist durch ein Leck in der Küche unter den Fußboden gelangt. Küche und Gruppenraum liegen gut zehn Meter voneinander entfernt – das zeigt, wie groß der Wasserschaden ist. Erster Stadtrat Jörg Rotter bezifferte ihn gestern bei einem Ortstermin mit rund 150.000 Euro. Neue Leitungen und Fußböden finanziert die Gemeindeversicherung. Neue Fliesen an den Wänden muss die Stadt aber selbst bezahlen: Deren Austausch ist zwar sinnvoll, wenn ohnehin Handwerker da sind, hat aber mit dem Schaden direkt nichts zu tun.

Gruppenräume werden zum Trümmerfeld: Stück für Stück meißeln Arbeiter diese Woche den Fußboden der Kita Zwickauer Straße raus.

Lydia Drengwitz, die Leiterin des städtischen Kindergartens, hatte schon zwei Wochen vor den Kita-Ferien feuchte Stellen unten an den Küchenwänden gemeldet. Trockengeräte wurden aufgestellt. „Aber in den Ferien drehte sich die Wasseruhr auch ohne Betrieb“, musste die Stadt laut Sozialdezernent Rotter erkennen, dass das Problem weit größer als befürchtet war. Die anschließende Druckprobe machte der 38 Jahre alten Leitung endgültig den Garaus. Wasser drang in fast alle Räume.

Die Stadt schloss die Kita während der Ferien und verteilte ihre 86 Bewohner kurzerhand um: Rund 50 kamen in den Waldkindergarten im Breidert, der Rest wurde auf andere Einrichtungen verteilt oder daheim betreut. Viele Eltern waren – und sind – stocksauer. Sie hätten die Informationen gerne schon während der Kita-Ferien und ihres Urlaubs gehabt. Und den Waldkindergarten lehnten viele wegen der Hitze der vergangenen Wochen ab. „Die Stimmung war aufgeheizt“, beschrieb Maria Schmitt-Küchler, die Leiterin der Fachabteilung Kinder, Gespräche mit Eltern.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Das können Rotter und sie nicht nachvollziehen: Der Kreis hätte als Alternative eine Schließung ohne Ausweichquartier oder zwölf Wochen Warten auf Container vorgeschlagen. Die Sanierung dauert mehrere Monate, weil die Wasserleitungen im Boden verlaufen. Daher muss der Estrich in allen Räumen rausgemeißelt werden. Wegen dieser langen Zwangspause in der Zwickauer Straße hat die Stadt die 2016 aufgegebene Kita in der Urberacher Lessingstraße reaktiviert.

Der Kreis hat problemlos eine auf neun Monate befristete Betriebsgenehmigung erteilt. Die gilt aber erst, wenn alle Wasserleitungen auf Legionellen geprüft sind. Die Kaltwasserversorgung hat den Test bestanden, sagte Rotter gestern und wartet noch auf die Ergebnisse für die Warmwasserleitungen. Deren Kontrolle dauert drei Wochen, die Ergebnisse sollen bis zum Wochenende vorliegen. Sind sie positiv, können 86 kleine Ober-Röder ab Montag in Urberach betreut werden. (lö)

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