Mittelstands- und Wirtschaftsunion würdigt das große Engagement von Maria Becht

Kommunalpolitik in Rödermark als Teil des Lebens

Maria Becht wirkt auch heute noch aktiv an der Steuergesetzgebung mit.
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Maria Becht wirkt auch heute noch aktiv an der Steuergesetzgebung mit.

„Ich fang’ schon an, wegzuschmeißen“, sagt Maria Becht schmunzelnd. Da gibt es viel zu tun. Drei Räume ihres Bungalows an der Albert-Einstein-Straße füllen von Ordnern vollgestopfte Regale. „Von jeder Stadtverordnetenversammlung seit 1997 gibt es einen Ordner. Und von jeder Kreistagssitzung seit 2001.“ Aufräumen hört sich nach Abschied an – was teils stimmt.

Rödermark - Erstmals seit 1997 steht die frühere Stadtverordnetenvorsteherin nicht mehr auf der Kreistagskandidatenliste der CDU. Dem Stadtverband Rödermark gehört sie nicht einmal mehr an. Im vergangenen Mai hat die 76-Jährige sich der Langener Union angeschlossen.

Ihr politisches Engagement im Kreistag endet nächste Woche mit zwei Sitzungen. Am Montag kommt dort der Verwaltungsrat von Pro Arbeit zusammen, am Mittwoch ist die letzte Fraktionssitzung. „Das war es dann.“

Maria Michaele Becht bedauert das. Am 1. März waren es 55 Jahre, die sie der CDU angehört. Ihr kommunalpolitisches Wirken findet nun außerhalb ihrer geliebten Wahl-Heimat Rödermark höchste Anerkennung. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) verleiht ihr am 17. März den Deutschen Mittelstandspreis in der Kategorie Politik. Der Preis würdigt Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, die sich um die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft verdient gemacht haben und die mit ihrem Wirken ein Grundpfeiler unserer demokratischen Grundordnung sind. Das begann bei Maria Becht als Wegbegleiterin von Helmut Kohl. Ende der 60-er Jahre tat sich die gebürtige Pfälzerin in einer Parteiveranstaltung der CDU in Mutterstadt rhetorisch hervor. Das verfolgte im Publikum die Mutter von Kohls Frau Hannelore – und steckte dem aufstrebenden Christdemokraten zuhause: „Die musst du holen. Das könnte was werden.“ Es wurde was. Denn schon 1969 stieg Maria Becht an Kohls Seite in Ludwigshafen zur jüngsten Stadtverordneten in Deutschland auf. Da war sie gerade Mal 25 Jahre alt. Die gebürtige Mannheimerin hält die Wahlkampfbroschüre von damals noch heute in Ehren. Sie zeigt Helmut Kohl und die ihm zur Seite stehenden Kandidaten – auf Listenplatz 2 die Studentin Maria Ehmann (heute Becht). Für die anerkannte Steuerexpertin und studierte Wirtschaftswissenschaftlerin waren dies ihre interessantesten Jahre in der Politik außerhalb von Rödermark. „Das war eine Aufbruchstimmung, das kann man sich nicht mehr vorstellen.“ An ihrer Rödermärker Politikzeit schätzt die frühere Langstreckenschwimmerin besonders die Jahre als Stadtverordnetenvorsteherin von 2002 bis 2011. Der Kontakt zu Vereinen und Bürgern sei „einmalig schön“ gewesen. Auch wenn das Vergangenheit ist, ist Maria Becht innerhalb der Organisationen der Union bundesweit gefragt. Seit Jahren bereichert ihr Fachwissen die Arbeit der Bundessteuerkommission. Anteil hat sie überdies an der Reform der hessischen Grundsteuer. Maria Becht wird es also nicht langweilig werden.

Von Bernhard Pelka

In der Ludwigshafener Union begann Maria Bechts (rechts, oben) politischer Aufstieg an der Seite Helmut Kohls.

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