Fest unter Europas Sternen

"Kultur ohne Grenzen": Vieles bleibt den Rödermarkern erhalten

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Ein echter Hingucker und garantiert einmalig: die „Holzmusik“ aus Saalfelden mit ihren unnachahmlichen Instrumenten.

Die Organisatoren sind hochzufrieden mit dem Festival: „Alle Erwartungen wurden übererfüllt!“. „Kultur ohne Grenzen“ hinterlässt viele bleibende Eindrücke. Rödermarks Kunstpreis geht an Angela Bugdahl.

Urberach – Letzte Verabschiedungen von ausländischen Gästen, letzte Aufräumarbeiten rund um den Entenweiher – dann ist das Festival „Kultur ohne Grenzen“ zumindest nach außen hin Geschichte. Geschichte ist es im wahrsten Sinn des Wortes, denn vieles davon wird den Rödermärkern erhalten bleiben, nicht nur die von allen Partnergemeinden gemeinsam gestaltete „Freundschaftsskulptur“. Sie stellt mit ihren gläsernen Symbolen rund um die Europasterne das Verschmelzen dar.

Mit dem KiR-Kunstpreis und dem Nachwuchspreis, von einer Jury um Uta Mosler und Friedhelm Meinaß aus der Vielfalt von Werken rund ums Thema „Zukunft! Europa?“ ausgewählt, bleibt auch vieles Weitere be-greifbar: So etwa die Siegerwerke „Mehrheit – Minderheit“ von Angela Bugdahl und „Visit Europe“ von Karin Kück in der Sparte zweidimensionale Kunst oder die Skulptur „Flucht in die Freiheit“ von Elfi Köhl. Die Arbeiten von Elöd Kublorics und Paula Lienert wurden mit dem Jugendpreis ausgezeichnet.

Zahllose musikalische Aufführungen

Mehr im Herzen bleiben die zahllosen musikalischen Aufführungen, die in diesen drei Festival-Tagen die Gäste buchstäblich verzaubert haben. Daraus stachen die Saalfeldener Holzmusik mit ihren bizarren Wurzeltier-Instrumenten, die Bodajker Folkband „3FaluBanda“ und – wegen der Premiere hierzulande – der in Krakau beheimatete Männerchor heraus.

Natürlich waren auch viele Rödermärker Musik- und Gesangsvereine sowie Gruppen wie etwa die Ukulelentruppe klangvoll vertreten. Besonders sei hier Francisco Hitzel mit seinem Spontan-Ensemble der 03er aus Ober-Roden erwähnt, der kurzfristig als „Rausschmeißer“ am Sonntagabend noch das Festival abrundete. Davor hatten die Flamenco-Gitarristen von „Café Mundo“ – direkt aus London, Granada und Paris angereist – das volle Palastzelt zwei Stunden lang begeistert. Ihr Auftritt war nicht umsonst das letzte Musikspektakel des Festivals.

Aber auch die vermeintlich unauffälligen Momente des Festes bleiben bei den Besuchern hängen: das liebevoll gestaltete und pantomimisch begleitete „Wassercafé“ etwa, das den Besuchern den Wert des edlen Nasses Art verdeutlichte. Oder die vielen kleinen Begegnungen zwischen den radebrechenden Menschen verschiedener Nationalitäten. Die Ober-Röderin etwa, die gemeinsam mit der Kenianerin an deren Kaffeeprozedur teilnahm – direkt vor dem großen handgemalten Plakat „Wir sind alle Rödermärker!“

Immer und überall voll dabei: das begeisterte Publikum sowohl im Palastzelt wie auch an allen anderen Festivalstationen. Foto: Ziesecke

Großes wie Kleines konnten die Gäste bei freiem Eintritt genießen. Bürgermeister Roland Kern war stolz auf 75 000 Euro Sponsorengelder, die Europäische Union, Bund, Land, Volksbank und Sparkasse beisteuerten.

Dass mit wenigen Kleinigkeiten, die meist nur die Skeptiker oder Pessimisten sehen, das zweimal dreitägige Spektakel (im März in Ober-Roden und jetzt in Urberach) völkerverbindend und in den Bereichen Kunst und Kultur durchaus fördernd über die Bühne ging, ist das Verdienst vieler. Sylvia Altenberg, der Jazzclub und das Team des Alternativen Zentrums sowie Thomas Mörsdorf als Vertreter der Stadt sowie Sylvia und Michael Baumer für alle KiR-Künstler – nur als kleine Auswahl – haben seit der Beschlussfassung aus dem Leitbild-Gedanken heraus viel Arbeit geleistet und werden noch viel Nacharbeit haben.

Wie es weitergeht, ist noch offen

Gemeinsam mit den Bürgermeistern der Partner- und Kooperationsstädte verewigten sie sich im Goldenen Buch der Stadt. „Toll! Ich bin selten sprachlos, aber allein hier jetzt zu stehen in diesem sonst so anders genutzten Raum voller Kunst macht mich dankbar“, freute sich Gastgeber Roland Kern bei der Preisverleihung und sagte: „Dieses Festival hat alle Erwartungen übererfüllt!“

Der Zeitplan war wegen des unerwarteten Regens und der auch daraus erwachsenden Technikprobleme manchmal nicht ganz einhaltbar gewesen, doch es gab keine echten Pannen.

„Wie es weiter geht? Das steht noch offen. Geplant war ja, dass es schneeballartig durch die Partnergemeinden weitergeht, doch in dieser Größenordnung ist das sicher nicht überall möglich“, erläutert Thomas Mörsdorf. „Zwei Partnerstädte haben schon Interesse bekundet; vielleicht werden wir auch wieder einspringen. Wir werden versuchen, die Kommunen unter ein Dach zu bringen.“

Christine Ziesecke

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