Ehrenbürgermeister hat seit 2007 mehr als 2 000 Kinder ins Museum gebracht

Rödermark: Kultur-Touren mit Alfons Maurer am Ende?

Schulkinder aus Rödermark und Museumspädagogin im Städel in Frankfurt
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Rödermark: Auch mitunter schwierige Kunst lernten Grundschüler seit 2013 bei den Museumstouren von Ehrenbürgermeister Alfons Maurer kennen. Jetzt droht den Kindern ein Kultur-Loch: Maurer will aufhören.

Rödermarks wahrscheinlich versiertester und ganz sicher populärster Museumsführer will aufhören. Ehrenbürgermeister Alfons Maurer sucht einen Nachfolger – gerne darf"s auch eine Nachfolgerin sein – die seine Ausflüge zur Kunst fortführt. „Private Gründe“ hätten ihn zu diesem Schritt bewogen, sagte er gestern bei der Magistrats-Pressekonferenz. Die sind mehr als nachvollziehbar: Alfons Maurer hat im Februar seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Rödermark - Seit 2005, da schied er als Bürgermeister aus, organisierte Alfons Maurer Museumstouren für Erwachsene und Kinder. Der frischgebackene Ex-Kulturdezernent machte damals seinen Beruf zum Hobby und schuf ein Alleinstellungsmerkmal, um das viele Nachbarstädte Rödermark beneiden. Jetzt will er sein Ehrenamt an Jüngere abgeben.

Vor allem Kinder wollte Alfons Maurer für Kunst und Kultur begeistern. Vor sieben Jahren fand seine erste Museumsfahrt statt, mehr als 2 000 Drittklässler besuchten seither mit ihm das Städel in Frankfurt, das Landesmuseum und die Mathildenhöhe in Darmstadt oder das Schloss Johannisburg in Aschaffenburg. Besonders intensiv war der Kontakt zum pädagogischen Personal des Städel, wo die Kinder oft auch schwierigen Werken näher kamen. Nach der Bildbetrachtung konnten sie selbst kreativ werden.

„Kinder aus Rödermark lernen Museen der Region kennen“ – unter diesem Motto hatte Maurer für diese Aktion geworben, die die kleinen Besucher nicht mehr als fünf Euro Anteil am Eintritt kosten sollte. Rödermärker Geschäftsleute und Privatpersonen sowie der Flughafen Frankfurt, die Sparkasse Dieburg und die Frankfurter Volksbank übernahmen die Buskosten. Jeden Herbst organisierte Maurer sechs Fahrten – das summierte sich Jahr für Jahr auf 2 000 Euro.

Eine noch längere Geschichte haben seine Exkursionen für Erwachsene. Nach dem Ende seiner Bürgermeisterzeit warb Alfons Maurer in der Presse dafür, ihn bei Museumsbesuchen zu begleiten. Zunächst peilte er die zahlreichen Museen der Stadt Frankfurt als Ziel an. Doch bald zeigte sich, dass die Teilnehmer auch an den übrigen Museen im Rhein-Main-Gebiet interessiert waren. So standen bald Fahrten nach Wiesbaden, Aschaffenburg, Mannheim, Darmstadt und Fulda auf dem Programm.

Besonderes Interesse fanden die Limestouren mit Professor Dr. Egon Schallmayer, dem früheren hessischen Landesarchäologen. Die verbanden er und Maurer mit dem Museumsbesuch in Osterburken. Dritter im Bunde war der Architekt Dr. Siegbert Huther, der als anerkannter Holzfachmann seine Dissertation zu den Funden im dortigen Limespark verfasst hat. Die beiden gebürtigen Ober-Rodener haben maßgebenden Anteil daran, dass der Fundort Osterburken zum UNESCO-Weltkulturerbe gezählt wird.

Die Museumsfahrten wurden zum Teil vom Philosophen Dr. Rüdiger Böhle kunsthistorisch vorab den Teilnehmern vorgestellt. Der erläuterte ihnen die vorgesehenen Kunstwerke und interpretierte sie gleich. Organisatorisch wurden die Touren vom Kulturamt der Stadt unterstützt. 37 Fahrten sind die stolze Bilanz dieser Form von Erwachsenenbildung.

Alfons Maurers Appell an kulturbeflissene Rödermärker: „Es wäre schade, wenn es diese beiden kulturellen Impulse in unserer Stadt nicht mehr geben würde.“

Kontakt

Das Anforderungsprofil für den neuen Museumsführer beschriebt Alfons Maurer so: „Man braucht dafür kein großes Kunstwissen. Wohl aber Freude an Kunst und Kultur.“ Beim Einarbeiten will er helfen und die ein oder andere Tür öffnen. Bewerbungen nimmt er unter Telefon 06074 90743 oder der E-Mail-Adresse alfonsmaurer@arcor.de, entgegen. (Michael Löw)

Alfons Maurer

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