Löschpulver verursachte Schaden von 235 000 Euro

Rödermark: Kulturhalle ist wieder spielbereit

Allein im Regieraum der Kulturhalle hatten die Einbrecher Schaden weit im fünfstelligen Bereich angerichtet.
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Allein im Regieraum der Kulturhalle hatten die Einbrecher Schaden weit im fünfstelligen Bereich angerichtet.

Feine Staubschicht – immenser Schaden. Einbrecher hatten die Kulturhalle mit Löschpulver eingenebelt. Der komplette Innenraum musste gereinigt und die Veranstaltungstechnik größtenteils erneuert werden. Jetzt kann die Halle wieder genutzt werden.

Ober-Roden – Rund drei Monate nach dem Einbruch in die Kulturhalle, bei dem Einbrecher das Pulver aus mehreren Feuerlöschern überall versprüht und erheblichen Schaden angerichtet hatten, ist Rödermarks Musentempel wieder spielbereit. Das meldet die Stadt in einer Pressemitteilung. Für insgesamt rund 235 000 Euro mussten der gesamte Innenraum und die Lüftungsanlage gereinigt werden, die Veranstaltungstechnik zum größten Teil durch neue Geräte ersetzt werden. Bis auf einen Eigenanteil in Höhe von 39 000 Euro wurde der Schaden durch den Gebäudeversicherer der Stadt ausgeglichen.

Nachdem sich der erste Schreck gelegt hatte, ermittelten die Mitarbeiter der Stadt sowie der Kommunalen Betriebe mit Unterstützung von Gutachtern der Versicherung den tatsächlich entstandenen Schaden.

Schnell war klar, dass die anfänglich befürchtete Höhe von mehr als 100 000 Euro zu vorsichtig geschätzt war. Das Löschpulver war in die kleinsten Ritzen gedrungen.

Alle Deckenträger und Scheinwerfer, technischen Geräte im Regieraum – die komplette Veranstaltungstechnik – waren von weißem Puder überzogen. Auch die gerade in Zeiten von Corona zwingend nötige Lüftungsanlage war komplett betroffen. Zwischenzeitlich stand – von einem Gutachter bestätigt – eine Gesamtschadenshöhe von über 400 000 Euro im Raum.

Das bewahrheitete sich dann aber nicht. Nach umfangreichen Absprachen mit der Versicherung konnten die Reinigungsarbeiten im Gebäude von günstigeren Anbietern durchgeführt werden als jene, die von den Gutachtern empfohlen worden waren, schildert die Stadt die für sie günstige Entwicklung.

Um Kosten zu sparen, legte auch das Kulturhallen-Team Hand an. Unter dem Strich verursachte die Reinigung des Gebäudes und der Lüftungsanlage Kosten in Höhe von rund 112 000 Euro.

Im Bereich der Veranstaltungstechnik wurden die Geräte gereinigt, wenn dies ohne Qualitätsverlust möglich war. Die meisten Geräte für Tontechnik und Beschallung mussten jedoch neu angeschafft werden – nur so können zukünftige Störungen bei Veranstaltungen ausgeschlossen und eine Garantie durch die Hersteller gewährleistet werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 124 000 Euro.

Die Polizei hatte nach dem Einbruch noch an Ort und Stelle einen jungen Mann festgenommen. Ein Komplize war Richtung Bahnschranke und der Straße am Rosengarten geflohen. Dort fanden die Ermittler eine grüne Warnweste mit der Leuchtschrift „Kulturhalle“. Im Feuerlöscherstaub fand die Polizei jede Menge deutlicher Fußabdrücken. Nach bisherigen Informationen der Stadt ist der Komplize noch nicht gefasst.

Die Beute stand wie so oft in solchen Fällen in keiner Relation zum Schaden. Ein Laptop und ein I-Pad, beides auch für Laien als nicht unbedingt aktuelle Modelle erkennbar, standen auf der Bühne zum Abtransport bereit.  (bp)

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