Landesmittel für Kita-Bau sind aufgebraucht

Stadt Rödermark muss 1,5 Millionen Euro für Kita vorlegen

Tor des abbruchreifen Kindergartens Lessingstraße in Rödermark/Urbrach
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Rödermark: Die Fördertöpfe des Landes für Kitas sind leer. Die Stadt Rödermark muss Abriss und Neubau der Tagesstätte in der Lessingstraße mit 1,5 Millionen Euro vorfinanzieren – und hofft, dass sich bald neue Zuschussmöglichkeiten auftun.

Die Stadt Rödermark muss den neuen Kindergarten, den die Bethanien Diakonissen Stiftung (Frankfurt) in der Urberacher Lessingstraße baut, möglicherweise mit 1,5 Millionen Euro vorfinanzieren. Die Stiftung will das seit gut drei Jahren leer stehende Gebäude im Seewald-Gebiet abreißen und 111 dringend nötige Betreuungsplätze schaffen. Das kostet rund 3,7 Millionen Euro, 1,5 Millionen Euro davon sollten aus dem Investitionsprogramm 2018 bis 2020 des Landes kommen.

Rödermark - Die Stadt Rödermark - gerade frisch aus dem Schutzschirmvertrag mit dem Land Hessen entlassen - muss einen Kindergarten mit 1,5 Millionen Euro vorfinanzieren. Der Grund: Die Fördertöpfe des Landes sind leer. Der Kreis, der das Geld verteilt, kann nach Auskunft von Bürgermeister Jörg Rotter bis 2024 nur etwas mehr als vier Millionen Euro vom Land erwarten. Aber schon jetzt liegen Zuschussanträge über 15 Millionen Euro vor. Bis November will der Kreis eine Prioritätenliste aufstellen. Ob das Urberacher Projekt dazu gehört, kann derzeit niemand sagen.

Bürgermeister Rotter und Kämmerin Andrea Schülner haben sich deshalb vorsorglich vom Stadtparlament einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro bewilligen lassen, falls der Neubau weder vom Bund noch vom Land gefördert wird. Damit wollen sie sicherstellen, dass die Stiftung möglichst schnell loslegen kann. Sie hat das Projekt soweit vorbereitet, dass Ausschreibung, Submission und Auftragsvergabe sofort beginnen können.

Die Bethanien Diakonissen Stiftung plant in der Lessingstraße drei U3-Gruppen mit 36 und drei Ü3-Gruppen mit 75 Plätzen. Der nach Auskunft des Bürgermeisters „wichtige freie Träger“ will nicht nur den Bau finanzieren, sondern sich auch jedes Jahr mit 90 000 Euro an den Personal- und Betriebskosten beteiligen. Wenn er Zuschüsse bekommt, muss er die 1,5 Millionen Euro im Jahr 2022 zurückzahlen.  (Michael Löw)

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