Laternenwanderung mit IGOR

Schwächen im Ortskern beheben

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Am Marktbrunnen begann der Laternenrundgang der Interessengemeinschaft des Ober-Röder Ortskerns IGOR, der diesmal den Kirchenhügel zum Mittelpunkt hatte.

Ober-Roden - Altes und Neues trafen bei der Laternenwanderung der Interessengemeinschaft der Menschen im Ober-Röder Ortskern (IGOR) informativ aufeinander. Von Christine Ziesecke 

Die Altort-Aktivisten stellten das Programm „Stadtumbau Hessen“ vor, das auf zehn Jahre verteilt Investitionen von zehn Millionen Euro anstoßen soll. Rund zwei Drittel zahlen Bund und Land, den Rest muss die Stadt finanzieren.

Einen gerafften Ausflug in die Ortsgeschichte am Beispiel des Klosters Rothaha und zugleich einen erleuchtenden Rundgang durch die Gässchen rund um den Kirchenhügel präsentierte IGOR-Vorsitzender Ernst Schäck. „Geschichte und Zukunft liegen eng beieinander. Die notwendige Weiterentwicklung fördern, dabei den Ortskern lebenswert halten in einem Nebeneinander von städtischen und dörflichen Strukturen ist das Ziel. Und den Menschen einen Identifikationsort geben oder ihnen belassen“, das waren die Wünsche des IGOR-Teams für das neue Jahr.

Die Gegenwart drehte sich um ein Konzept für den Ortskern. Mit einem Investitionszuschuss von mehr als 6,5 Millionen Euro unterstützen Bund und Land die Umgestaltung. Als Ziele nennt das Stadtleitbild „die behutsame Weiterentwicklung und kontinuierliche Stärkung des Ortskerns“. Es geht darum, den Verfall und das Ladensterben zu stoppen und die historischen Wurzeln stärker zu berücksichtigen.

Die Wunschliste ist lang. Ernst Schäck nennt Beispiele: eine Bahnunterführung für Fußgänger und Radfahrer, eine Befestigung des Parkplatzes an der Glockengasse, eine stärker sichtbare Rodau im Ortskern sowie Zuschüsse zur Modernisierung von Gebäuden und Wohnungen. Die IGOR möchte sich an der Planung und Umsetzung des Stadtumbaus beteiligen und wünscht sich dazu viele Mitstreiter, spätestens wenn die Stadt in den nächsten Monaten über ihre Pläne informiert. Die Verantwortlichen der Ortskern-Initiative freuen sich darauf, dass ihre Vorstellungen verwirklicht werden.

Da Gegenwart aber nicht ohne Geschichte leben kann, präsentierte Ernst Schäck an mehreren Stationen rund um den Kirchenhügel kleine Auszüge aus seinen umfassenden Recherchen zur Historie des Rodgau-Doms und dessen Nachbarschaft. Dei rund 300-jährige Geschichte des Dinjerhofs sei kurz im Vergleich zur 1200-jährigen des Kirchhügels, dessen Erwähnungen bis zu Karl dem Großen zurückreichen. Schäck wusste viele Feinheiten rund um die Äbtissin Aba und das Kloster Rothaha und die Schenkung an das Kloster Lorsch zu berichten, aus denen sich ergab, dass das Kloster Rothaha als Teil eines größeren Anwesens schon vor dem Jahr 784 bestanden haben muss.

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Dass der Klosterhügel und dessen Umgebung besiedelt wurden, erklärte der IGOR-Vorsitzende mit der Lage: einerseits die Rodau und andererseits der Klosterhügel als einzige hochwasserfreie Stelle. Keimzelle der Siedlung Ober-Roden waren demnach wohl ein „Altenhof“ und später ein „Niwenhof“, der den Entwicklungsauftrag für einen Ausbau hatte.

In der St.-Nazarius-Kirche schließlich vertiefte Pfarrer Elmar Jung den Laternenwanderern die Einblicke in die Geschichte des Gotteshauses. Auch während der Umbauzeiten seien regelmäßig Gottesdienste gehalten worden. Die engeren Innenwände seien erst nach dem Erstellen neuer Außenwände abgerissen worden, um die Kontinuität zu erhalten. Mit Modellen, Bildern und Skizzen erklärte Pfarrer Jung die unterschiedlich ausgerichteten Kirchenanlagen bis hin zum letzten Modell von Ferdi Mieth, das derzeit als Hintergrund für die Krippe dient.

Mit Punschsorten von Apfel bis Traube klang die Laternenwanderung im Hof des Forums aus, begleitet von einem Bläserensemble des Musikvereins Viktoria 08.

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