Leben und Musik der Rolling Stones

Zum 75. von Mick Jagger: Schon in der Schule ein Rebell

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Harry Beierer mit zwei der Gäste: Egon Schallmayer, der den historisch interessierten Mick Jagger und seine Familie einmal durch die Saalburg führen durfte, sowie den Gitarristen Bieber Herrmann.

Urberach - Kaum jemand kam in den vergangenen Tagen rund um den 75. Geburtstag von Mick Jagger an dem Leben und der Musik der legendären und immer noch so aktiven Rolling Stones vorbei – sehr zur Freude vieler echter Fans. Von Christine Ziesecke

Auch der Rödermärker Konzertorganisator und Chef der Konzertinitiative „RedRooster“Harry Beierer lud unter dem Titel „Tribute to the Glimmer Twins“ zu einem Special zu Ehren der beiden Stones-Legenden Mick Jagger und dem im Dezember ebenfalls 75 Jahre werdenden Keith Richards ein. Er moderierte nicht nur die multimediale Erinnerungsshow durch Leben und Werk der Rolling Stones, sondern eröffnete den Abend auch, indem er die Urberacher Sängerin Georgia bei ihrem Rollings-Stones-Hit „As Tears go by“ an der Gitarre begleitete.

Einen ersten Foto- und Presserückblick bescherte der Fotograf und Mit-Autor mehrerer Bücher Gerd Coordes den Gästen in der ausverkauften Kelterscheune, die vielfach in Tour-T-Shirts quer durch ein halbes Jahrhundert oder zumindest mit irgendwelchen Emblemen rund um die berühmte rote Zunge – bis hin zu Ohrringen - als Fans erkennbar waren. Er eröffnete den Bilderreigen mit einem Zeitungsartikel unter der Überschrift „Mick Jagger war schon in der Schule ein Rebell“ (von Jagger selbst noch im Jahr 2000 als „die schlimmste Zeit meines Lebens“ eingestuft), kam nicht um Überschriften wie „Stones kontra Beatles“ herum und wusste vieles aus den Tourstationen von Cuba bis Essen zu erzählen.

Was er nicht aus den frühen Jahren berichtete, kam von einem späteren Wegbegleiter der Stones, Neil Ebden, in Bild und Erzählung zutage. „Neil ist ein absoluter Stones-Fan“, stellte ihn Harry Beierer vor, „und wenn die Stones auf dem Mond spielen würden, würde er auch dorthin mitfahren.“

Viele Menschen, die kurzzeitig oder auch regelmäßig die Wege der Stones gekreuzt hatten, kamen an diesem Abend auf der Bühne zu Wort, so etwa auch der aus Rödermark stammende Historiker Professor Dr. Egon Schallmayer, der den historisch interessierten Mick Jagger und seine Familie einmal völlig überraschend durch die Saalburg führen durfte (wir berichteten).

Einer jener Bühnengäste dieses abends, der Erinnerungen an die „Rolling Stones“ aus allernächster Nähe: Neil Ebden, Fotograf und Autor, der überallhin reist, wo die Stones auftreten.

Bürgermeister Roland Kern weitete diese Rödermärker Schnittstellen, die vor allem auch durch den Fotografen und Autor Gerd Coordes gegeben sind, noch aus, indem er befand: Mick Jagger würde auch ganz gut nach Rödermark passen („Vom Bürgerschreck zur bürgerlichen Existenz“, wie es vor Kurzem durch die Presse ging), und ihm deshalb schon mal eine Urkunde zum „Ehrenmitglied des Seniorenbeirats Rödermark“ gestaltet hatte. Sehr hautnah wusste Friederike Weisse, die Partnerin des verstorbenen Konzertveranstalters Fritz Rau, von dessen Zeiten mit den Rolling Stones zu berichten, während der Gitarrist Biber Herrmann die Band musikalisch mit Gitarre und Gesang in Rödermark lebendig werden ließ.

Eine ganz besondere Verbindung hatte schließlich der Gewinner eines der T-Shirts und Bücher, die „RedRooster“-Chef Harry Beierer mit kleinen Fragen rund um die Stones unter den Gästen ausspielte: auf die Frage, wie lange das erste Konzert in Deutschland gedauert habe, kam von Erhard Neisser umgehend die richtige Antwort. Über seine Bekanntschaft mit Gerd Coordes und einigen weiteren Hardcore-Fans der Stones war er extra aus Duisburg für diesen Abend angereist.

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Und die Antwort war für ihn leicht gewesen: war er doch selbst am 12. September 1965, einen Tag nach dem allerersten Konzert in Deutschland, in der zweiten, der „Kindervorstellung“, in der Gruga-Halle in Essen gewesen. „Und das war gar nicht so einfach gewesen: es war ein harter Kampf im Vorfeld; meine Mutter wollte das gar nicht – schließlich war ich erst 13!“

Doch er hatte es mit zwei etwas älteren Freunden dennoch geschafft, dabei zu sein und seiner Liebe zu den Stones damit die Basis verliehen. Inzwischen war er bei 38 Konzerten, zuletzt im Juni diesen Jahres in Stuttgart. „Sie müssten einmal mein Haus sehen! Das sieht aus wie ein Stones-Museum!“

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