Willi Böllert schaut auf dem „wumboR“-Radweg nach dem Rechten

Rödermark: Mit 87 Jahren auf Testfahrt

Wo ist die Lücke? Willi Böllert fuhr zusammen mit Bürgermeister Jörg Rotter und seinem Referenten Thoma Mörsdorf den „wumboR“-Radweg ab. Eine der gefährlichsten Stellen ist die Einmündung des Bulauwegs auf die B 486.
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Rödermark: Wo ist die Lücke? Willi Böllert fuhr zusammen mit Bürgermeister Jörg Rotter und seinem Referenten Thoma Mörsdorf den „wumboR“-Radweg ab. Eine der gefährlichsten Stellen ist die Einmündung des Bulauwegs auf die B 486.

Eine lang gehegte Idee des Pensionärs Willi Böllert wurde 2009 Wirklichkeit: Die Stadt Rödermark schilderte den „wumboR“-Radweg aus, eine 21-Kilometer-Runde, die alle fünf Stadtteile berührt. Willi Böllert ist mittlerweile 87, doch seinen Radweg hat er immer noch im Blick. Bei Temperaturen um die 30 Grad ging er diese Woche auf Inspektionsfahrt. Bürgermeister Jörg Rotter und sein Büroleiter Thomas Mörsdorf begleiteten ihn.

Rödermark - „Nach der Generalüberholung im Jahr 2017 und der Inspektionsfahrt 2019 ist festzuhalten, dass der Rundweg in sehr guter Verfassung ist und zum Radfahren in der heimatlichen Umgebung einlädt: Beschilderung vollständig und gut lesbar, Wegezustand gut, Streckenführung optimal mit Anbindungen die Radrundwege Dietzenbach und Rodgau“, ziehen die drei Tester hochzufrieden Bilanz. Die Mängelliste ist entsprechend kurz: Ein paar dekorative Hinweisschilder wurden geklaut und mussten ersetzt werden. Bemooste Wegweiser werden vom Betriebshof gesäubert, überhängende Brombeerranken werden zurückgeschnitten. Das lässt sich alles recht schnell beheben.

Ganz anders sieht"s mit den gefährlichsten Stellen des „wumboR“-Wegs aus. Zwischen Ober-Roden und dem Aussiedlerhof Gaubatz quert er die L 3097, im Süden und Norden von Urberach die B 486. An der Einmündung des Bulauwegs müssen die Radler erst mit viel Geduld auf eine Lücke zwischen den Autos hoffen und dann über die Fahrbahn sprinten. So richtig sicher sind sie auf der anderen Seite aber nicht, denn die ersten Meter fahren oder schieben sie entgegen der Verkehrsrichtung über den Mehrzweckstreifen,

„Da muss eine Querungshilfe her!“, fordert Willi Böllert. Das sehen auch Rotter und Mörsdorf so. Doch ohne den Segen von Hessen Mobil darf die Stadt nicht einmal am Asphalt der Bundesstraße kratzen. Und wenn sie es irgendwann darf, muss sie den Übergang wohl selbst bezahlen.

Der 87-jährige Willi Böllert ist nach wie vor auf einem betagten Damenrad unterwegs und verzichtet auf elektrische Unterstützung. Beim Stadtradeln, das am 6. Juni begonnen hat, stehen schon 120 Kilometer in seiner Bilanz. Sonst lässt er es ruhiger angehen. Über den restlichen Sommer fährt er insgesamt so um die 300 Kilometer.

Ein E-Bike wünscht sich Willi Böllert höchstens für die härteste Bergwertung des „wumboR“-Wegs: die steile, enge und kurvige Rampe vom Ober-Röder Industriegebiet hinauf zur Triftbrücke. „Ohne elektrische Unterstützung ist dieser Anstieg für ältere Menschen nicht zu schaffen“, sagt er. Fährt Willi Böllert die Brückenrampe nicht hoch, sondern runter, steigt er grundsätzlich ab. Die Haarnadelkurve ist ihm zu gefährlich: „Da rauscht man sonst ins Gebüsch.“

Die Triftbrücke hatte 2009 nicht auf Willi Böllerts Plan des „wumboR“-Wegs gestanden. Er hätte den Bogen etwas weiter geschlagen. Diese Idee wurde von der Stadt seinerzeit aber abgelehnt.

Kontakt: Wer Schäden auf dem Rödermark-Radweg melden will oder Verbesserungsvorschläge hat, kann sich an Thomas Mörsdorf im Rathaus Ober-Roden wenden: Telefon 06074 911-230, E-Mail thomas.moersdorf@roedermark.de. (Michael Löw)

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