René Szamatulski (26) steigt ins Autogeschäft ein

Mut in Zeiten der Ungewissheit

Im 60. Jahr ihres Bestehens hat die Firma Szamatulski ihr Angebot erweitert. Renè Szamatulski (26) verkauft in der Messenhäuser Straße wieder Opel.
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Im 60. Jahr ihres Bestehens hat die Firma Szamatulski ihr Angebot erweitert. Renè Szamatulski (26) verkauft in der Messenhäuser Straße wieder Opel.

Urberach – Die Firma Szamatulski wagt in diesen schwierigen Monaten den Weg zu ihren Ursprüngen. Renè Szamatulski verkauft in der Messenhäuser Straße wieder Autos der Marke Opel. Der 26-Jährige erweitert das Angebot des 1960 von seinen Großeltern Apolonia und Heinz gegründeten Familienunternehmens um Jahres- und junge Gebrauchtwagen.

„Die Kunden sehen uns heute immer noch als Autohändler, und es kommen immer wieder Anfragen“, sagt Renés Vater Udo Szamatulski. Er hatte 2012 den Autoverkauf eingestellt und den Gebrauchtwagenplatz vermietet. Stattdessen spezialisierte er sich auf die Umrüstung von Benzinern oder Dieseln auf Gasantrieb und eröffnete eine Gas-Tankstelle. 2016 kam eine Waschstraße dazu, die vor Kurzem zum zweiten Mal als Deutschlands beste Waschstraße mit Service ausgezeichnet wurde. Das spiegelt sich auch in der Verteilung der mehr als 30 Mitarbeiter wider: Etwa 20 sorgen für gepflegte Autos.

Wir sprachen mit René Szamatulski über seine persönliche Motivation und Perspektiven fürs Auto.

Herr Szamatulski, Sie verkaufen wieder Autos. Ist das unternehmerischer Mut oder unkalkulierbares Risiko? Die halbe Welt redet schließlich vom Ende des Verbrennungsmotors.

Definitiv ist"s bei mir unternehmerischer Mut. Viele Leute können sich ein Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug auch gar nicht leisten. Da sind die Verbrenner mit den aktuellsten Motoren schon noch sehr gefragt.

Mut beweisen Sie ja auch mit der Wahl der Traditionsmarke Opel. Die französischen Herren des Unternehmens waren in den vergangenen Jahren immer wieder für Überraschungen gut.

Jeder Mutterkonzern ist eigentlich für Überraschungen gut. Ob das jetzt PSA oder GM ist. Wir haben 2020 nun seit 60 Jahren mit Opel ein Vertrag. Deshalb war es natürlich naheliegend, dass es wieder Opel wird.

Andere Junior-Chefs lehnen sich bequem zurück und warten, bis sie die Führung des Familienunternehmens – in Ihrem Fall eine von Deutschlands besten Waschstraßen, eine Gas-Tankstelle und eine Werkstatt, in der Autos auf Gasbetrieb umgerüstet werden – übernehmen. Was hat Sie zu dieser Expansion bewogen?

Ich bin niemand, der gerne einfach nur dasitzt und abwartet. Ich habe Ziele, und diese versuche ich selbst zu erreichen. Das gilt auch für meine Schwester Sandra und meinen Bruder Sven, die ebenfalls im Unternehmen tätig sind.

Ohne jetzt in die Werbung zu gehen: Was erwartet die Kunden beim neuen Opel-Szamatulski?

In Verbindung mit der Waschstraße und der Gasabteilung ein Rundumservice fürs Fahrzeug. Vom Birnchenwechsel über Unfallschadenreparaturen bis hin zur Aufbereitung oder eben zum Verkauf junger Gebrauchter der Marke Opel.

Wo liegt der Charme eines vergleichsweise kleinen, eigenständigen Autohauses? Die meisten anderen deutschen Hersteller verkaufen ihre Fahrzeuge ja meist über Händlerketten oder als Werks-Niederlassung.

Die persönliche Nähe zum Kunden. Die ganze Familie arbeitet auf dem Gelände und kümmert sich um die Kunden. Eben nicht wie bei Großkonzernen, bei denen die Chefs kein Kontakt zum Kunden haben.

Zum Schluss eine ganz praktische Frage: Kann ich in Zeiten von Corona unbesorgt ein Auto Probe fahren?

Selbstverständlich. Auch wir achten auf Hygienemaßnahmen. Gerne können Kunden Probefahrten durchführen.

Das Gespräch führte Michael Löw.

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