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Nabu montiert in Rödermark Schwalbennester

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Der Nabu mietet eine Arbeitasbühne, um hoch oben Schwalbennester anzubringen.
Der Nabu mietet eine Arbeitasbühne, um hoch oben Schwalbennester anzubringen. © P

Der Naturschutzbund Nabu macht sich wieder für Schwalben stark. Ihre Rückkehr steht nun kurz bevor. Wer bereitet ihnen das Nest?

Rödermark – Auch in diesem Frühjahr bietet der Nabu Rödermark Hauseigentümern in Rödermark wieder Hilfe an rund um das Thema Schwalbennester. Egal ob das Anbringen neuer Kunstnester, der Austausch von in die Jahre gekommenen Kunstnestern, das Anbringen von Kotbrettern oder Maßnahmen, die verhindern, dass Tauben auf den Kotbrettern brüten: Hauseigentümer, die Interesse hieran haben, sind aufgerufen, sich beim Nabu zu melden unter svburger@alice-dsl.net, nabu@pswerner.de oder unter z 06074 2112030 zu melden.

„Wir werden uns nach der sehr erfolgreichen Aktion im letzten Jahr auch in diesem Jahr für den Schwalben-Aktionstag Tag wieder eine Arbeitsbühne ausleihen, die eine sichere Montage in großer Höhe ermöglicht“, sagt Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner. „Schwerpunkt soll diesmal Urberach sein, aber wir werden versuchen, auch Anfragen aus anderen Ortsteilen zu bedienen.“

Der Schwalben-Aktionstag am nächsten Samstag, 23. April, hat zum Ziel, die verbliebene Mehlschwalbenpopulation zu stabilisieren und ist für die Hauseigentümer kostenlos. Jedoch ist nicht jedes Gebäude und nicht jede Ortslage für Mehlschwalben geeignet, so dass es nötig ist, im Vorfeld bei einem kurzen Vor-Ort-Termin abzuklären, ob ein Haus für Schwalbenkunstnester in Frage kommt oder nicht.

„Wenn die Mehlschwalben aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu ihren Brutplätzen zurückkehren, haben sie hier gleich zwei fundamentale Probleme zu bewältigen. Zum einen der Mangel an Nahrung. Schwalben ernähren sich von Fluginsekten, und von diesen gibt es heute nur noch etwa ein Viertel der Menge, die noch vor 35 Jahren gezählt wurde“, sagt Nabu-Vogelexperte Sven Burger. „Das 2. Problem ist der Mangel an geeignetem Material für den Bau ihrer Nester. Dazu benötigen die Vögel feuchte lehmige Erde. Doch es gibt immer weniger offene Stellen im Freiland, die zur Nistmaterialaufnahme geeignet sind und zudem ist feuchte Erde im späten Frühjahr in Zeiten des Klimawandels zunehmend eine Seltenheit. Dadurch wird auch das Ausbessern vorhandener Nester immer schwieriger, so dass in den letzten Jahren mehr Naturnester abgefallen sind als neue von den Vögeln gebaut werden konnten.“ Der Nabu versuche, mit dem Anbringen von Kunstnestern Abhilfe zu schaffen. Diese werden von den Vögeln an den richtigen Standorten auch gerne angenommen, müssen aber nach 20 bis 30 Jahren erneuert werden.  bp

Schwalbennest in einem Ober-Röder Kuhstall.
Schwalbennest in einem Ober-Röder Kuhstall. © Pelka

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