Nachfolgefrage früh geregelt

Büromöbelspezialist Köhl ist jetzt Teil einer Münchner Holding

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Geschäftsführer Thomas Köhl

Ober-Roden – Viele Unternehmer warten mit der Suche nach dem passenden Nachfolger lange – manchmal zu lange. Thomas Köhl, geschäftsführender Gesellschafter der Köhl-Büromöbel GmbH, macht da eine Ausnahme.

Im Alter von nur 53 Jahren hat er seine Geschäftsanteile an die LEO-Familienholding verkauft. Seine Söhne haben andere Zukunftsvorstellungen. Die aus lokaler Sicht wichtigste Nachricht: Für die 65 Mitarbeiter in Ober-Roden ändert sich nichts. Und Thomas Köhl bleibt Geschäftsführer. „Die auf Innovation, Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung ausgerichtete Unternehmensplanung erfordere Klarheit – auch in der Nachfolgefrage“, fügte begründet er diesen Schritt.

Die Köhl GmbH ist seit 1976 am Markt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Paul-Ehrlich-Straße und ist auf die Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen ergonomischen und designorientierten Sitzmöbeln für Büros und Objekte spezialisiert. Köhl setzt auf ökologisch nachhaltige Produktion „Made in Germany“.

Mit dem Verkauf an die LEO-Familienholding soll die Position des Sitzmöbelherstellers im deutschen und europäischen Markt weiter ausgebaut und die Unabhängigkeit des Unternehmens erhalten bleiben. LEO ist als Family Office organisiert und investiert ausschließlich das eigene Kapital ihrer Gesellschafter. „Dadurch profitieren wir von hohen Freiheitsgraden und kurzen Entscheidungswegen“, erklärt Andreas Weigert, Geschäftsführer der LEO-Holding.

Die Beteiligungen sind langfristig angelegt, schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite. Das Geschäftsmodell ist demnach das Gegenteil vieler Investoren, die nach dem Heuschrecken-Prinzip arbeiten: Schnelles Geld mit einer Firma machen und die dann ohne Rücksicht auf die Belegschaft abstoßen.

„Das nachhaltige Geschäftsmodell von Köhl in Kombination mit dem starken Team haben uns überzeugt, in dieses Unternehmen zu investieren“, betont Weigert. Sein Unternehmen werde nun die Weiterentwicklung der Gesellschaft mit Know-how und Kapital unterstützen.

Aufgrund von Expansionswünschen sowie in Absprache mit seiner Familie hatte Thomas Köhl die Notwendigkeit gesehen, frühzeitig seine Nachfolge zu regeln. „Meine beiden Söhne haben ihre eigenen Pläne, die ich natürlich unterstütze“, sagt der Unternehmer. Bei LEO habe ihn vor allem die langfristig orientierte und familiengeprägte Gesellschafterstruktur sowie die gleichen Wertvorstellungen überzeugt.

Mit einem starken und verlässlichen Partner an der Seite könne sich Köhl nun noch stärker auf neue Entwicklungen und Innovationen konzentrieren. Im Übrigen seien auch die Anteilseigner als LEO-Holding ein Familienunternehmen und somit auch mit ihrem Privatvermögen an Köhl beteiligt. (lö)

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