„Nur“ 128 Elektroautos

Nachfrage für Stromtankstellen könnte größer sein

+
Wenn die Batteriestandsanzeige eines Elektroautos ins untere Drittel rutscht, sollte sich der Fahrer nach einer Ladesäule umsehen. Sonst droht Tempo Null. Öffentliche Turbo-Steckdosen gibt es hinter der Kulturhalle Ober-Roden und am Festplatz Urberach.  

Rödermark - 128 Mal in knapp sechs Monaten steuerten Besitzer von Elektroautos die Schnell-Ladestationen hinter der Kulturhalle und auf dem Festplatz Urberach an. Damit sind die Stromtankstellen noch nicht ausgelastet.

Das erklärte Bürgermeister Roland Kern auf eine Anfrage der FDP in der Stadtverordnetenversammlung. In einer viergeteilten Anfrage hatte die FDP-Fraktion vom Magistrat unter anderem wissen wollen, wie die im Sommer installierten Schnell-Ladesäulen für Elektroautos genutzt werden und ob die Stadt daran verdient oder drauflegen muss. Die Entega hatte am 20. Juli hinter der Kulturhalle und auf dem Urberacher Festplatz zwei 10.000 Euro teure Ladesäulen mit jeweils zwei Steckdosen errichtet. Das Darmstädter Energieversorgungsunternehmen zahlte 50 Prozent der Kosten, die andere Hälfte teilten sich Kreis und Stadt.

Bis zum 31. Dezember 2017 registrierte die Entega 128 Ladevorgänge, die im Schnitt ungefähr drei Stunden dauern, teilte Bürgermeister Roland Kern mit: 46 in Urberach und 82 in Ober-Roden. Andersrum ausgedrückt: An der Kulturhalle hängt ungefähr jeden zweiten Tag ein Elektroauto an der Steckdose, auf dem Festplatz jeden vierten Tag. „Die Werte zeigen, dass bereits ein Bedarf besteht, die Tankstellen jedoch nicht ausgelastet sind“, lautet Kerns Bilanz.

Wie viel Strom durch die Zähler floss - auch danach hatte die FDP gefragt - ist der Stadt nicht bekannt, weil die Mengen Geschäftsgeheimnis der Entega sind. Die Stadt ist nach Auskunft des Bürgermeisters auch kein Zwischenhändler für den verbrauchten Strom. Im Gegenzug trägt das Unternehmen aber sämtliche Kosten für Wartung und Unterhaltung.

Laut Kern verfolgt die Stadt genau dieses Ziel, um die Elektromobilität voranzubringen: Den Ausbau öffentlich zugänglicher Ladepunkte fördern, ohne selbst Anbieter zu sein.

Gebrauchte Elektroautos: Das sind die beliebtesten Modelle

Die Entega hat 2017 in Südhessen 107 solcher Doppel-Ladesäulen errichtet, teilte Michael Leukman von der Unternehmenskommunikation auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Kosten eines Ladevorgangs machte er an einem BMW i3 fest. Dieses Auto konnten im Sommer auch Rödermärker Probe fahren. Die Batterie hat eine Kapazität von 27 Kilowatt und verhilft dem E-Mobil zu maximal 300 Kilometern Reichweite. Die Kilowattstunde kostet an den Entega-Steckdosen 27 Cent, die „Tankfüllung“ demnach 9,72 Euro. Vielfahrern bietet die Entega eine Lade-Flatrate von monatlich 40 Euro an. Mit dieser Karte können ihre Kunden an derzeit 2770 Ladepunkten in Deutschland und 7500 in Europa ihr Auto unbegrenzt mit Energie versorgen. (lö)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.