Eigentümer aus der Kapellenstraße gründen Gesellschaft

Nächster Schritt zum Disco-Abriss

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Außer vergammelten Matratzen hatten Unbekannte 2017 neben der Paramountpark-Ruine auch Altreifen, Hausmüll und anderen Unrat abgeladen.

Ober-Roden - Das Ende der „Paramount Park“-Ruine und seiner Nachbargebäude ist wieder ein Stück näher gerückt. Nach gut zweieinhalb Jahren Stillstand haben sich die Grundstücksbesitzer aus der Kapellenstraße auf eine neue Gesellschaftsform verständigt. Von Michael Löw 

Mit der hat die Stadt endlich den Partner, mit dem sie das weitere Bauleitverfahren in Angriff nehmen kann. Der „Quartiershof Kapellenstraße“ soll Ober-Rodens Nordeingang aus der Schmuddelecke holen: Im November 2015 hatte eine Investorengruppe ein Multi-Millionen-Projekt mit 9 000 Quadratmetern Wohnfläche und einigen Räumen für Büros, Praxen und Gastronomie vorgestellt. Beteiligt sind Holger Faust aus Frankfurt, der das Gelände des abgebrannten „Paramount Park“ einbringt, sowie Lothar, Roger und Udo Frank aus Rödermark, denen die Fußballhalle und die frühere Sauna nebendran gehört. Im Februar 2016 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Änderung des Bebauungsplanes, der dort schwerpunktmäßig Gewerbe vorsieht, hin zur Mischnutzung mit Wohnen.

Seither ist nichts mehr passiert. In der Politik fing das Grummeln an. Die einen taten"s leise, die SPD machte den Stillstand – Ursache: Die Investoren hatten noch keine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, mit denen die Stadt Verträge schließen kann. – zum Thema einer parlamentarischen Anfrage und einer Presseerklärung.

Bürgermeister Roland Kern meldete am Dienstag in einer E-Mail an die Magistratsmitglieder und Fraktionsvorsitzenden, dass es eine Einigung gegeben hat. Vorausgegangen war nach Auskunft des Verwaltungschefs ein eineinhalbstündiges „sehr intensives Gespräch“ zwischen ihm, Bauamtsleiter Thomas Kron und den Grundstücksbesitzern. Ergebnis: Die Stadt bekommt ihren Partner, weil eine der beteiligten Parteien ihr Gelände an die andere verkauft. Wer von wem übernimmt, sagte Kern gestern gegenüber unserer Zeitung nicht: Das sei Geschäftsgeheimnis privater Investoren.

Familienstreit war Auslöser der tödlichen Schüsse in Disco

Das neue Eigentümer-Konstrukt soll innerhalb von vier bis fünf Wochen besiegelt werden, sagte Kern. Dann könne der Magistrat einen städtebaulichen Vertrag schließen und danach dem Parlament einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorlegen. Damit ist das Verfahren in trockenen Tüchern, doch bis der Abrissbagger die Brandruine plattmacht, geht noch eine Weile ins Land.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Samuel Diekmann führt die Einigung auf den Druck seiner Anfrage und seiner Pressemitteilung zurück: „Die Investoren haben die Flucht nach vorne angetreten.“ Das will der Bürgermeister so nicht stehen lassen. Das letztlich entscheidende Gespräch, das am Montagnachmittag stattfand, sei schon vor seinem Urlaub angesetzt gewesen.

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