Abiturienten gewinnen Corona notgedrungen positive Seiten ab

Rödermark: Neue Kompetenzen erworben

Die Besten aller Abiturientinnen und Abiturienten des besonderen Jahrgangs 2021 wurden umrahmt von Rektorin Christine Döbert und Oberstufenleiterin Barbara Kühnl sowie von Bürgermeister Jörg Rotter. Jens Spanheimer (3. von links) war mit einem Notenschnitte von 1,0 der Allerbeste.
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Rödermark: Die Besten aller Abiturientinnen und Abiturienten des besonderen Jahrgangs 2021 wurden umrahmt von Rektorin Christine Döbert und Oberstufenleiterin Barbara Kühnl sowie von Bürgermeister Jörg Rotter. Jens Spanheimer (3. von links) war mit einem Notenschnitte von 1,0 der Allerbeste.

Die Verleihung der Zeugnisse an die Abiturientinnen und Abiturienten der Nell-Breuning-Schule (NBS) in Rödermark wurde trotz – oder vielleicht wegen – Corona zu einem besonderen Ereignis: 100 kleine, weiß gedeckte Tische erwarteten auf dem Pausenhof die 92 „Hochschulreifen“ sowie einen Fachhochschul-Befähigten. Jeder Abgänger wurde mit maximal zwei Begleitern von der Schulleitung und von Bürgermeister Jörg Rotter begrüßt.

Rödermark - Die Verleihung stand unter dem Motto „Maskenball statt Abiball“. Das war schon ein gewaltiger Fortschritt zum vergangenen Jahr, als die Abgänger nur in kleinsten Gruppen geehrt wurden. Oberstufenleiterin Barbara Kühnl betonte denn auch die besondere Zeit, so etwa fehlende Praktika, keine Auslandsaufenthalte, keine Ausflüge und erst recht keine Abiturfahrten, dazu Abschlussfeiern im kleinen Rahmen, Homeschooling oder Distanzunterricht, Wechselmodelle oder Präsenz. „Doch Sie haben alle gut auf sich aufgepasst, besonders vor den Abschlussprüfungen: Niemand war während der Prüfungen krank oder hat gefehlt!“

Rektorin Christine Döbert machte Mut. Die beiden Corona-Schuljahre seien keineswegs verlorene Jahre für die jungen Menschen gewesen. Sie erlangten in dieser Zeit andere als die üblichen Kompetenzen. „Wer das durchgestanden hat und sich immer wieder alleine motivieren konnte, hat etwas erfahren, was kein anderer Jahrgang bisher erlebt hat – sich besser zu strukturieren, das Arbeitspensum einzuteilen, Verantwortung zu übernehmen“, sagte die NBS-Chefin.

Aller Widrigkeiten zum Trotz ist der Abiturschnitt mit 2,27 im Jahr 2021 fast der gleiche wie 2020. Was sich gezeigt habe, so die Rektorin, sei eine neue Haltung, ein neues politisches Engagement, was sich in aktiver Beteiligung bei Fridays for Future wie auch auf parteipolitischer Basis zeige. „Offenheit und Toleranz sind wichtig, die Europa-Idee muss weiter gelebt werden“ appellierte Christine Döbert humorvoll, dass es nun nicht nur gelte, das Klima, sondern auch Europa verantwortlich zu retten.

Voller Humor dankten Colin Falk und Leon Obmann ihren Mitschülern und dem Lehrer-Kollegium: „Erst in der Zeit von Corona haben wir gemerkt, wie abhängig man doch von den Pausen, von seinen Mitschülern und durchaus auch von den Lehrern ist!“ Auch Bürgermeister Jörg Rotter betonte die besondere Befähigung zur eigenen Meinung und zur Offenheit, mit der dieser Jahrgang die NBS verlässt, ehe er mit Rektorin und Oberstufenleiterin die Besten des diesjährigen Jahrgangs (Jens Spanheimer 1,0, Melina Mlodoch 1,1, Steffen Hitzel 1,1, Jana Tüncher 1,1, Jan Maschinsky 1,2, Carla Holzamer 1,2, Nina Freymadl 1,2, Lisa Ackermann 1,3, Alexandros Exarchos 1,3, Selina Weinert 1,3, Sarah Tasker 1,3, Giulia Pal 1,3, Julia Onuk 1,3, Luisa Ardid 1,3) ehrte ebenso wie besondere Leistungen in Chemie, Physik und bilingualen Bildungsmöglichkeiten.

Abiturientin Alessia Sedlmayer sorgte für die Eröffnung des ungewöhnlichen „Maskenballes“. Ihr Versprechen eines musikalischen Beitrags lösten die Tutoren mit Livemusik, aber gedruckten Liedtexten statt dem nicht hygienegerechten Gesang ein und ernteten damit herzlichen Applaus.  (Christine Ziesecke)

Rödermark: 100 Einzeltische sorgten auf dem Hof der NBS für eine ganz neue, festliche Stimmung.

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