Engagierte Bürger wollen tristen Platz aufwerten

Rödermark: Neue Linden am historischen Kreuz

Das triste Wetter gestern passte zur Umgebung der Pietà. Hinter dem Sockel fristet ein altes Sühnekreuz ein Schattendasein. Ab und zu legen Gläubige dort Blumen nieder oder zünden Kerzen an.
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Das triste Wetter gestern passte zur Umgebung der Pietà. Hinter dem Sockel fristet ein altes Sühnekreuz ein Schattendasein. Ab und zu legen Gläubige dort Blumen nieder oder zünden Kerzen an.

Rund 250 Jahre steht die Pietà an der Ecke von Kreuzgasse und Darmstädter Straße im Rödermärker Stadtteil Urberach. Abgase haben die Figuren der trauernden Maria und ihres Sohnes Jesus angefressen und die Inschriften fast unleserlich gemacht. Auch das Drumherum ist alles andere als ansehnlich. Das soll sich jetzt ändern. Engagierte Bürger haben der Stadt einen Vorschlag gemacht, wie sie die Skulptur und den Platz aufwerten kann.

Rödermark – Die Pietà „An den Linden“ ist historisch bedeutsam, die aktuelle Gestaltung wird dem nicht gerecht. 50 000 Euro will die Stadt nach Auskunft von Bürgermeister Jörg Rotter investieren, um das Ensemble aufzuwerten. Der Architekt Horst-Peter Knapp, Experte der Urberacher Ortsgeschichte, hat Pläne zur Umgestaltung vorgelegt. Sie gehen auf eine gemeinsame Initiative der Quartiersgruppe Urberach, der Kirchengemeinde St. Gallus und des Heimat- und Geschichtsvereins zurück.

Knapp hat ein Konzept ausgearbeitet, das kulturelle und religiöse Aspekte sowie verkehrstechnische Anforderungen berücksichtigt.

Die Eckpunkte:

.  Pflanzung von vier neuen, besser an den Stadtort angepassten Linden samt Austausch des Bodens.

.  Restaurierung der Pietà möglichst in den Farben der Entstehungszeit, Erneuerung des Fundamentes.

.  Versetzung der Skulptur einen Meter Richtung Darmstädter Straße. Damit kann der Bürgersteig in die Kreuzgasse hinein verlängert werden, was den Schulweg sicherer macht.

.  Aufstellen von vier Bänken.

.  Begrenzung nach Süden durch eine Mauer aus Bruchsteinen. In einer Nische wird das versteckt hinter der Pietà stehende mittelalterliche Sühnekreuz integriert. Tafeln sollen den Platz und seine Geschichte erläutern.

.  Eine umweltfreundliche Beleuchtung soll die Skulptur unaufdringlich in Szene setzen.

.  Der gewonnene Freiraum erlaubt den Bau eines dritten Parkplatzes und einer Fahrradabstellfläche. Im Zuge der Tiefbauarbeiten sollen alle Versorgungsleitungen wurzelsicher verlegt werden.

Die Bauarbeiten sollen, so die Pläne der Stadt, im Herbst beginnen und nächstes Jahr beendet werden. Die nach wie vor angespannte Finanzlage erlaube es aber nicht, das Projekt in einem Jahr umzusetzen, erläuterte Bürgermeister Rotter. Deshalb hat der Magistrat die Verwaltung beauftragt, weitere Geldquellen aufzutun. (Michael Löw)

Rödermark: So stellen sich Bürgergruppen und Architekt Horst-Peter Knapp die Umgestaltung des Platzes „An den Linden“ vor. Sie soll die Kreuzigungsgruppe hervorheben und Passanten zum Verweilen einladen. Animation: Büro Knapp

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