In Urberach

Nothilfe für Kinder: Leere Kita wird wiederbelebt

Inzwischen ist das Außengelände gerodet. Zuvor sah es aus wie ein Urwald. Die Handwerker hatten Mühe, in das Gebäude zu kommen.
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Inzwischen ist das Außengelände gerodet. Zuvor sah es aus wie ein Urwald. Die Handwerker hatten Mühe, in das Gebäude zu kommen.

Urberach - Vom Abrisskandidaten zur letzten Rettung. Seit zwei Jahren steht die Kita Lessingstraße leer. Längst sollte sie einem Neubau mit Wohnungen weichen. Jetzt ist die Stadt heilfroh, dass die alte Kita noch steht. Von Bernhard Pelka

Sie dient als Notquartier für 85 Kinder, die ihre eigentliche Kita wegen eines Wasserschadens nicht nutzen können. Wegen eines Leitungswasserschadens muss die Kita Zwickauer Straße für mehrere Wochen geschlossen bleiben. Die gesamte Kita erhält einen neuen Boden – und das kann dauern. Der Betrieb wird nach den Sommerferien ab dem 6. August neu organisiert. Bedeutet: Die Kinder werden ab Montag auf andere Kitas verteilt, bis sie umziehen können in die Not-Kita Lessingstraße.

Schreiner Werner Mühling misst aus, wie groß die Verkleidung der Heizkörper ausfallen muss, damit sie alle scharfen Kanten verdeckt.

Das Gebäude steht seit zwei Jahren leer. Es gibt Neubaupläne für einen Komplex mit einer neuen Kita im Untergeschoss und oben Mietwohnungen. „Investoren, Betreiber – alle stehen bereit. Jetzt sind wir aber froh, dass sich das alles hingezogen hat und ziehen, der Not gehorchend, vorübergehend selbst wieder ein“, erläutert Bürgermeister Roland Kern den glücklichen Umstand.

Bürgermeister Roland Kern und die Chefin der Kommunalen Betriebe, Petra Henkel, auf der Baustelle. Beide sind froh, dass die Kita-Aufsicht des Kreises bei der auf neun Monaten befristeten Betriebs-Gestattung sich kooperativ gezeigt hat. Die zweite Ebene auf Stelzen darf allerdings nicht mehr genutzt werden. Das verhindern neue Sicherheitsbestimmungen.

Seit Mittwoch vor einer Woche richten Mitarbeiter des Betriebshofs der Kommunalen Betriebe und Handwerker die alte Kita so weit wieder her, dass die Kleinen kommen können. „Wir wären am 6. August startklar gewesen“, sagt Kern. „Aber die Legionellenprüfung dauert noch 14 Tage.“ Sämtliche Frischwasserleitungen wurden zwar sorgfältig gespült. Das reicht aber nicht. Nach einem so langen Stillstand könnten sich gefährliche Legionellen gebildet haben. Deshalb gehen alle lieber auf Nummer sicher. Das Außengelände wurde bereits gerodet. Es sah aus wie ein Dschungel. Als Teeküche dient eine von der Stadt eingelagerte alte Küche, die nun gute Dienste leistet. Die Böden sind noch in Ordnung, ebenso die sanitären Anlagen. Spülkästen mussten allerdings erneuert werden.

Warmwasserboiler installieren, Feuerlöscher an die Wände dübeln, Notausgangsschilder aufhängen, Leuchten montieren, Löcher verputzen, Rauchmelder an der Decke anbringen, Deckenplatten vervollständigen: insgesamt führt eine Arbeitsliste 23 Punkte auf, die erledigt werden müssen.

Mit vereinten Kräften wird geschraubt, geputzt und repariert und der Umzug der Kita-Möbel organisiert. Die Räume an der Lessingstraße können nach der Legionellenprüfung voraussichtlich ab dem 20. August genutzt werden.

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