Senkrechtstarter der Fraktionen: Paula Huss (AL/Grüne)

Rödermark: Nur mal kurz die Welt verbessern

Die vertrockneten Boten des Klimawandels mahnen im Hintergrund: Der Skaterpark am Urberacher Badehaus ist trotzdem einer der Lieblingsplätze von Paula Huss aus Ober-Roden. Sie stieg im Corona-Sommer 2020 erstmals auf das Brett und sagt: „Ich bin nicht die beste Fahrerin, aber die enthusiastischste.“
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Rödermark: Die vertrockneten Boten des Klimawandels mahnen im Hintergrund: Der Skaterpark am Urberacher Badehaus ist trotzdem einer der Lieblingsplätze von Paula Huss aus Ober-Roden. Sie stieg im Corona-Sommer 2020 erstmals auf das Brett und sagt: „Ich bin nicht die beste Fahrerin, aber die enthusiastischste.“

Paula Huss will die Welt verbessern. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn die 19-Jährige das sagt, klingt das kein bisschen abgedroschen. Die jüngste Stadtverordnete im Rödermark-Parlament will kleine Schritte in Richtung Weltrettung tun und weiß auch, dass Andere größere Schritte tun müssen. Aber eine Ausrede lässt sie nicht gelten: „Wir Deutschen sind zu wenige, um effektiv die Erderwärmung zu stoppen und die Klimakatastrophe zu verhindern!“

Rödermark - Paula Huss, Enkelin eines Ober-Röder Metzgermeisters, hat zunächst einmal Konsequenzen für sich gezogen. Seit sieben Jahren isst sie vegetarisch, seit Kurzem nur noch vegan. „Das war eine Möglichkeit, etwas zu tun“, begründet sie ihren ersten Schritt. Natürlich könnte man sagen: junge Frau, grün, vegan – das Klischee passt. Doch dann schiebt sie einen Satz nach, der aufhorchen lässt: „Ich tue das, damit auch meine Kinder gut leben können.“ Die Andere Liste (AL) soll ihr dabei helfen.

In der Grünen Jugend beschäftigte Paula Huss sich schon lange mit dem Klimawandel. Dabei stellte sie fest, dass junge Leute in der Politik unzufrieden sind. Sie glauben nicht, etwas verändern zu können, und geben dann auf. Paula Huss blieb dabei, bei der Kommunalwahl am 14. März landete sie auf Listenplatz drei. Nur AL-Spitzenkandidatin Karin von der Lühe und der langjährige Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl lagen vor ihr.

Paula Huss will sich im Parlament auch um weit kleinere Dinge als den Klimaschutz kümmern. In Rödermark gibt es 52 Kinderspielplätze, aber nicht einen einzigen Platz, an dem sich Jugendliche zuhause fühlen können. Der Skaterpark hinterm Badehaus könnte so ein Platz sein. Die 19-Jährige fährt seit vorigem Sommer Skateboard und kennt die Schwachstellen: Kleinkinder, die auf dem glatten Beton unter Anleitung der Eltern das Fahrradfahren lernen, kommen ambitionierten Skatern gefährlich in die Quere.

Den Skaterpark und das Freizeitgelände drumherum würde die Jung-Politikerin den Jugendlichen gern zur Selbstverwaltung überlassen. Sie ist sicher: „Die Skaterclique hält Halfpipe und Bahn sauber. Denn wer irgendwo daheim ist, kümmert sich auch drum.“

Schwimmen ist für Paula Huss ein Hobby, das sie aus Spaß betreibt. Reisen sind ihre große Leidenschaft. Am liebsten besucht sie Freunde in Frankreich, Italien, China und den USA. In Sachen Studium schwankt die Nell-Breuning-Abiturientin noch: Jura oder Journalismus? Beides öffnet ihr den Weg in Berufe, in denen sie das tun kann, was sie gerne macht: die Welt verbessern. Vorher will Paula Huss aber noch Auslandserfahrung sammeln, am liebsten bei einem Freiwilligendienst irgendwo fernab ihrer Heimat: „Eigentlich bin ich ein kleiner Angsthase. Aber ich will raus aus meiner Komfortzone.“ (Michael Löw)

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