Weihnachtslieder im Internet

Ober-Röder Cäcilia-Chor muss neue Wege gehen

Die Sängerinnen der Kirchenchors St. Cäcilia Ober-Roden proben an jedem zweiten Mittwoch im „Forum“. In den Wochen dazwischen haben die Männerstimmen ihr musikalisches Stelldichein mit Dirigent Wolfgang Tücher.
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Die Sängerinnen der Kirchenchors St. Cäcilia Ober-Roden proben an jedem zweiten Mittwoch im „Forum“. In den Wochen dazwischen haben die Männerstimmen ihr musikalisches Stelldichein mit Dirigent Wolfgang Tücher.

Ober-Rodens ältester Chor setzt sich notgedrungen mit moderner Technik auseinander. Die Cäcilia-Sängerinnen und -Sänger hoffen, dass der Weihnachtsgottesdienst im „Rodgaudom“ – und damit ihre Lieder – als Livestream übertragen werden.

Ober-Roden – Jeden Mittwochabend probt der Kirchenchor St. Cäcilia Ober-Roden – allerdings nur jede zweite Woche: einmal die Frauenstimmen, einmal die Männerstimmen. Mehr lässt das Corona-Protokoll nicht zu.

Und wofür proben sie? Das ist vage; allerdings hoffen alle Sängerinnen und Sänger darauf, spätestens an Weihnachten wieder einen Gottesdienst aufnehmen zu können und ihn online zu übertragen. Die erste Aufnahme-Erfahrung am vergangenen Pfingstfest in St. Nazarius und in der Freien evangelischen Gemeinde hat den Chor ausgesprochen positiv gestimmt; nun hoffen sie auf die Technik-Tüftler der Kolpingsfamilie, dass dies unter verbesserten Umständen ums Christfest herum wieder stattfinden kann und proben dafür schon einmal eifrig „Holy Night“, Heilige Nacht.

Karola Gotta, seit Januar 2019 nach dem plötzlichen Tod der damaligen Chorchefin Angelika Schierz Vorsitzende des Kirchenchores, ist froh, dass es überhaupt so gut klappt: „Wir haben im März nach dem Pandemie-Ausbruch unsere Singstunden sofort abgebrochen und erst mit dem Ende der Sommerferien einen neuen Versuch gewagt.“ Dazu hatte der neunköpfige Vorstand selbst ein ausgeklügeltes Hygienekonzept erarbeitet, um weiter im Forum singen zu können, und das hatte Pfarrer Jung sofort zur Zusage bewogen. 20 Frauen proben in der einen Woche, die etwa 13 Männer in der anderen Woche – wobei noch immer einige Sängerinnen und Sänger vorsichtshalber zuhause bleiben. Alle Anderen aber „singen regelmäßig mit Abstand, aber mit großer Freude“, bescheinigt die Vorsitzende.

Ohne ihn ging das aber alles nicht: Wolfgang Tüncher, seit Januar 1997 der musikalische Leiter der Cäcilianer, hat ihnen auch über die chorlosen letzten Monaten hinweggeholfen. „Bei einigen meiner Chöre habe ich die Möglichkeit genutzt, online per Zoom zu proben, aber das ist recht schwierig. Dirigent und Sänger hören nur entweder sich selbst oder den Chorleiter, aber nicht gemeinsam.“

Für den Kirchenchor Cäcilia hat er sich etwas Anderes einfallen lassen: er hat die Uraufführung einer neuen Messe, die zur Erarbeitung auf dem Plan steht, von einem anderen seiner Chöre gesungen aufgenommen und sie als CD jedem Chormitglied zur Verfügung gestellt – in zwei Fassungen, mit Betonung der Einzelstimmen, fürs Üben zuhause. Das haben die Cäcilianer dankbar angenommen und hoffen nun auf ein Konzert 2022 – schließlich jährt sich dann zum 160. Mal der Geburtstag des Chores.  chz

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