SPD stellt Antrag

Ärger um Bahnschranke: Kommt jetzt eine Unterführung?

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Weg mit den Schranken? Die SPD will mit einer Machbarkeitsstudie prüfen lassen, ob in der Dieburger Straße nicht doch Platz für eine Bahnunterführung ist.

Längst zu den Akten gelegte Verkehrsprojekte aus der Versenkung zu holen, kommt offenbar in Mode. Vor gut einem Jahr entfachten die Freien Wähler die Diskussion um eine Umgehungsstraße am Rand von Urberach neu. Jetzt bringt die SPD eine autotaugliche Bahnunterführung in der Dieburger Straße ins Gespräch.

Ober-Roden – Einstimmig hatte die Stadtverordnetenversammlung am 21. Februar beschlossen, 235.000 Euro für die Aufrüstung der Schranken in der Dieburger Straße bereitzustellen. Gleichzeitig sollte der Magistrat bis zu den Sommerferien „alle denkbaren Fördermöglichkeiten ausloten“.

Die SPD scherte jetzt aus der Riege der Schranken-Optimierer aus: Mit einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung will sie die Machbarkeit einer Unterführung der Bahngeleise in der Dieburger Straße für Pkw prüfen lassen.

Fraktionsvorsitzender Norbert Schultheis verwies auf eine Untersuchung des Ordnungsamtes, nach der beim 15-minütigen Takt der S-Bahn die Schranken pro Stunde 26 Minuten geschlossen seien. Dieser 15-minütige Takt gilt derzeit morgens bis 9 Uhr und nachmittags ab 15.45 Uhr. Er soll und muss, so der Diskussionsstand, ausgeweitet werden.

„Dies ist einerseits erfreulich für die Pendler und ökologisch sinnvoll, da der Autoverkehr in Richtung Frankfurt reduziert, schafft aber unerträgliche Verkehrsverhältnisse in Ober-Roden“, sagt Schultheis. Die Staus reichen jetzt bereits viel zu oft von den Schranken bis über den Marktplatz hinaus. Bei Pannen der Schrankentechnik droht ein Dauerstau.

Eine Revision der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 1995 ist nach Auffassung des neuen SPD-Fraktionsvorsitzenden unumgänglich. Die Grundlagen für die damalige Entscheidung seien durch die gewollte verstärkte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs heute nicht mehr gegeben. Man dürfe deshalb bei dem gerade beschlossenen Projekt der Ortskernförderung eine Unterführung der Bahngeleise nicht zum Tabu erklären. Auch eine parteipolitische Debatte, wer für den damaligen Beschluss, der aus SPD-Sicht eine Fehlentscheidung war, verantwortlich ist, helfe nicht weiter. Schultheis forderte die damaligen Mehrheitsträger CDU und AL/Grüne auf, für ein solches Vorhaben zur Entlastung der Anwohner offen zu sein.

Voraussetzung für eine solch tief greifende und teure Maßnahme sei jedoch eine Machbarkeitsstudie durch den Magistrat, der grundsätzliche und alternative Überlegungen sowie belastbare Berechnungen für eine Unterführung ermittelt.

Nur mit einem konkreten Vorschlag macht es nach Ansicht der SPD Sinn, mit den zuständigen Stellen (Bundesverkehrsministerium, Eisenbahnbundesamt) über eine grundsätzliche Bereitschaft zur Finanzierung einer Unterführung zu verhandeln.

Von Michael Löw

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