Termin für Markttag 2018 steht

„Midde noi“ vor ungewisser Zukunft

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Archivbild vom Markttag „Midde noi“ von 2017

Ober-Roden - Der Markttag am letzten Juni-Wochenende wird (noch) kleiner als voriges Jahr. Ob und wie er 2019 stattfindet, steht in den Sternen. Der Gewerbeverein sucht nach neuen Organisationsformen und vor allem neuen Organisatoren. Von Michael Löw 

Die gute Nachricht vorweg: Der Markttag „Midde noi“ findet statt. Und zwar vom 22. bis zum 24. Juni. Aber die Ober-Röder Traditionsveranstaltung, die sich zu ihren besten Zeiten vom „Löwen“ bis hinter die Bahnschranke erstreckte, konzentriert sich auf den „Dinjerhof“ in der Pfarrgasse.

Zum Auftakt am Freitag organisiert der Gewerbeverein eine Mittsommernacht nach skandinavischem Vorbild. Denn tags darauf kickt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM gegen Schweden. Darauf nimmt das Alternative Zentrum bei seinem Open Air samstags Rücksicht: Zwischen zwei Bands spielen auch Jogis Jungs - im Fernsehen.

Ein dickes Fragezeichen steht noch hinter dem Sonntag, dem eigentlichen Markttag. „Dann gibt es im „Dinjerhof“ einen kleinen Markt. Die Einzelhändler feiern ihren verkaufsoffenen Sonntag, falls sich ausreichend Teilnehmer finden“, schreibt der Gewerbevereinsvorsitzende Manfred Rädlein in einer Pressemitteilung. Er braucht mindestens zwölf Teilnehmer, damit die Veranstaltung als Markt gilt und die Läden sonntags öffnen dürfen. „Wer immer kommt, ist willkommen!“, ließ er gestern gegenüber unserer Zeitung offen, ob dort Händler und Handwerker ihren Service anbieten oder Künstler Skulpturen und Bilder ausstellen.

Markttag „Midde noi“ in Ober-Roden: Bilder

Offen ist die Zukunft des Markttages. Der Vorstand des Gewerbevereins prüft drei Varianten: einen Markttag alle zwei Jahre in eigener Regie, ein weit größeren „röderMarkt“ mit Unterstützung der Stadt im Drei-Jahres-Abstand und schließlich ein neues Konzept mit neuem Veranstalter. Was die Mitglieder favorisieren, ermittelt nicht der Vorstand, sondern die städtische Wirtschaftsförderung.

Die Amtshilfe zeigt, wie"s um die Aktiven im Gewerbeverein bestellt ist. „Immer weniger Mitglieder müssen immer mehr ehrenamtliche Arbeit leisten“, stellt Rädlein schon seit Jahren immer wieder fest. Mit diesem Problem schlagen sich auch andere Vereine herum. Doch beim Gewerbeverein ist der Vereinszweck letztlich die Existenzgrundlage seiner Mitglieder. Und denen liegt das Geldverdienen verständlicherweise näher als die Organisation von Veranstaltungen.

Kunst und Kultur bei „Midde noi“ in Ober-Roden: Bilder

Der Frühlingsmarkt wird mittlerweile von der Wirtschaftsförderung organisiert, die Orwischer Woigass’ seit Jahren von privaten Veranstaltern mit Unterstützung der Stadt, und dieses Jahr steht zum ersten Mal der Adventsmarkt Ober-Roden ebenfalls unter der Leitung der Stadt. Der Gewerbeverein wird sich an den Märkten beteiligen, verspricht Vorsitzender Manfred Rädlein. Und auf Wunsch auch die Interessen seiner Mitglieder vertreten, aber eben nicht mehr federführend.

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