Rollatorsport als Herzenssache

73-Jähriger aus Rödermark ist einer von 70 „Hessens Helden“

Hr4-Reporterin Nina Thöne interviewt Margit Bahl.
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Hr4-Reporterin Nina Thöne interviewt Margit Bahl.

Hans-Dieter Scharfenberg ist einer von 70 „Hessens Helden 2019“, die der Rundfunksender hr4 und Ministerpräsident Volker Bouffier als Schirmherr am 1. Advent mit einer besonderen Veranstaltung würdigen.

Rödermark – Starkoch Johann Lafer wird die Alltagshelden in seinem Frankfurter Gourmet-Tempel „FrischeParadies“ mit einem festlichen Menü persönlich bewirten.

Scharfenberg ist Gründer der im ebenfalls von ihm gegründeten Club der Wanderfreunde groß gewordenen Rollatorsportgruppe. Nach einer inhaltlichen Neuausrichtung arbeiten Scharfenberg, Trainerin Tanja Rypka und zwölf Mitglieder seit vergangenen August unter dem Dach des neu formierten Vereins „Gemeinschaft für präventiven Gesundheitssport und Integration“.

Der 73-Jährige wurde aus den Reihen der Rollatorsportgruppe vorgeschlagen. Margit Bahls Tochter Elke war es, die ihre Mutter auf die Idee brachte, ihn für die hr4-Aktion „Hessens Helden 2019“ zu benennen. Gesagt, getan. Und das mit Erfolg. Gestern besuchte hr4-Reporterin Nina Thöne die Rollatorsportgruppe, führte Interview, schoss Fotos. „Was ist denn der Hans-Dieter so für ein Mensch?“, wollte sie zum Beispiel von Margit Bahl wissen. „Warum ist er einer von Hessens Helden?“ Im Zentrum des Interesses stand aber auch die Frage, was die Rollatorsportstunden für Margit Bahl als Mitglied des Sportteams bedeuten.

Deutlich wurde aus den Antworten, dass Scharfenberg sich mehr engagiert, als er müsste. Er holt die Mitglieder nicht nur mit einem von der Stadt gestellten Bus ab, sondern er kümmert sich teils auch privat um deren Anliegen. Wichtig ist ihm, dass die Gemeinschaft auch abseits der Sportstunden Kontakt hält. Das fördert er.

„Wissen Sie. Durch die Behinderung ist man ein bisschen isoliert. Da ist es sehr hilfreich, wenn man sich austauschen kann. Wir machen zusammen Sport, wir machen Ausflüge, wir lachen zusammen. Und manchmal trinken wir sogar ein Gläschen Sekt. Wir sind eine tolle Clique“, schilderte Margit Bahl das lebendige Miteinander.

Gesundheitstrainerin Tanja Rypka drückt es so aus: „Die Gruppe ist ihm eine Herzenssache. Wir nehmen Leuten die Angst, trotz Handicap rauszugehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Muskulatur mitmacht. Und dafür schaffen wir die Voraussetzungen.“

Der Geehrte selbst erläuterte gegenüber der hr4-Reporterin die Motive für sein Engagement. Nach dem Tod seiner betagten Mutter sei ihm klar geworden, dass entsprechende Sportangebote deren Leben womöglich noch ein wenig verlängert hätten. „Es gab aber nichts Adäquates.“ Daraus sei die Rollatorsportgruppe erwachsen. Inzwischen ist sie beim kreisweiten Wettbewerb „Sterne des Sports“ schon dreimal mit einem Bronzestern bedacht worden. Auch wurde das Angebot jetzt um eine zusätzliche Gruppe erweitert. Dienstags trifft sich von 19.30 bis 20.30 Uhr die „Präventionsgruppe Gesundheitssport“ in der Halle der Nell-Breuning-Schule.  

VON BERNHARD PELKA

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