Prozess in Darmstadt

Mann versucht Ehefrau auf Radtour zu töten: Er wollte keinen Unterhalt zahlen

Im Prozess um den versuchten Mord während einer Radtour hat der Ehemann ein Geständnis abgelegt. (Symbolbild)
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Im Prozess um den versuchten Mord während einer Radtour hat der Ehemann ein Geständnis abgelegt. (Symbolbild)

Ein 55-Jähriger wollte auf einem Waldweg bei Rödermark (Kreis Offenbach) seine Frau töten. Vor Gericht hat er ein Geständnis abgelegt. Es bleiben aber Fragen offen.

Update vom Dienstag, 11.01.2022, 11.06 Uhr: Beim Prozessauftakt um den versuchten Mord eines 55-Jährigen aus Dietzenbach (Kreis Offenbach) hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Das berichtet die Hessenschau am Dienstag (11.01.2022). Der Mann muss sich verantworten, weil er seiner 52-jährigen Ehefrau mit einem Stein in der Größe einer Mango mehrmals auf den Hinterkopf eingeschlagen hat.

Das Motiv der Attacke auf einer Radtour in der Nähe von Rödermark soll laut der Staatsanwaltschaft die Verhinderung einer teuren Scheidung gewesen sein. Wie die Hessenschau weiter berichtet, habe der Industriekaufmann, der nach eigenen Angaben eine 42 Jahre alte Geliebte hatte, keinen Unterhalt an seine in Teilzeit arbeitende Frau zahlen wollen. Stattdessen hätten sich die Eheleute wenige Tage vor der Tat in einem Testament als gegenseitige Alleinerben eingesetzt.

Prozess um versuchten Mord: Ehefrau hatte keine Hinweise über Affäre von Ehemann

Laut eigener Aussage habe der Ehemann seiner Affäre versprochen, sich am Osterwochenende 2021 von seiner Ehefrau zu trennen. Das habe er sich aber während der Radtour nicht getraut. Wie die Hessenschau berichtet, habe die Ehefrau im Prozess ausgesagt, keine Hinweise auf eine Affäre ihres Mannes gehabt zu haben.

Offen blieb die Frage, warum der Mann von seiner Frau abließ. Der 55-Jährige sagte aus, dass er aufgehört habe, weil er entsetzt von sich gewesen sei. Laut seiner Ehefrau hat er aber die Attacke beendet, als sich ein Radfahrer näherte.

Mit dem Stein auf den Kopf: Mann versucht Ehefrau auf Fahrradtour zu töten

Erstmeldung vom Montag, 10.01.2022, 11.08 Uhr: Ein 55-jähriger Mann aus Dietzenbach (Kreis Offenbach) soll auf einer gemeinsamen Fahrradtour nahe Rödermark versucht haben, seine Ehefrau zu töten. Am Montag (10.01.2021) startete vor der Schwurgerichtskammer des Darmstädter Landgerichts der Prozess gegen ihn.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte am Karsamstag (03.04.2021) in einem Waldstück bei Rödermark im Kreis Offenbach versucht haben, seine Ehefrau mit einem Stein zu erschlagen. Die Frau stürzte vom Fahrrad und die Attacke hinterließ bei ihr blutende Kopfverletzungen. Als Zeugen dem Paar aus Dietzenbach in dem Waldstück begegneten, gingen sie zunächst von einem Unfall mit dem Fahrrad aus, halfen der Frau und verschwanden dann unerkannt. Eine aufwändige Zeugensuche begann. Die Polizei bestätigte erst deutlich später, dass die Ermittler sofort von einem Verbrechen ausgegangen waren.

Versuchter Mord in Rödermark (Kreis Offenbach): Zeugin meldet sich nach „Aktenzeichen XY“

Bereits im Mai 2021 wendete sich die Polizei mit einer großangelegten Zeugensuche erstmals mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Die Polizei suchte damals eine bis dato unbekannte Fahrradfahrerin sowie einen Fahrradfahrer und eine Joggerin, weil sie dem Dietzenbacher Ehepaar auf dem Waldweg „Thomashüttenschneise“ bei Rödermark am Tattag begegnet waren und der Verletzten Erste Hilfe leisteten. Mehrere Monate später, im September, hatten die Ermittler noch immer keinen Erfolg mit der Fahndung und begannen, mit einer Plakat-Aktion nach den wichtigen Zeugen zu suchen.

Erst der Auftritt in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ brachte die entscheidende Spur. Eine der gesuchten Zeuginnen meldete sich im Anschluss an die Sendung bei der Polizei und wurde schließlich befragt. Der Tatverdächtige aus Dietzenbach saß zu dem Zeitpunkt bereits rund fünf Monate in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte ihn noch am Ostersonntag 2021 festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt.

Prozess in Darmstadt: Mordversuch bei Rödermark des Geldes wegen?

Das Motiv des Dietzenbachers für den Mordversuch bei Rödermark soll laut Staatsanwaltschaft eine geplante Scheidung des Ehepaares gewesen sein. Der 55-Jährige habe sich aus finanziellen Gründen dann dazu entschlossen, die Trennung zu verweigern und die 52-Jährige stattdessen zu töten.

Für das Verfahren vor dem Landgericht Darmstadt sind zunächst sieben Verhandlungstage bis zum 31. Januar angesetzt. Sollte bis Ende Januar keine Klärung möglich sein, geht es mit dem Prozess immer mittwochs weiter. (iwe)

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