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Rödermark: Platz für 111 Orwischer Entdecker

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Von: Michael Löw

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Ein paar besonders hübsche Bausteine hatten Natascha Nicolaus (links), bei der Stadt für die Zusammenarbeit mit den Freien Trägern verantwortlich, und Fachbereichsleiterin Susanne Kaludra beim Richtfest für Bethanien-Geschäftsführer Uwe Junga mitgebracht. Während der ersten Wochen der Corona-Pandemie hatten Kinder aller Kitas Steine bemalt und fotografiert. Die beiden leichtesten waren ihr Geschenk zum Richtfest.
Rödermark: Ein paar besonders hübsche Bausteine hatten Natascha Nicolaus (links), bei der Stadt für die Zusammenarbeit mit den Freien Trägern verantwortlich, und Fachbereichsleiterin Susanne Kaludra beim Richtfest für Bethanien-Geschäftsführer Uwe M. Junga mitgebracht. Während der ersten Wochen der Corona-Pandemie hatten Kinder aller Kitas Steine bemalt und fotografiert. Die beiden leichtesten waren ihr Geschenk zum Richtfest. © Michael Löw

In der Lessingstraße in Rödermark wächst eine neue Kita in die Höhe. Gestern war Richtfest für das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Bethanien Diakonissen-Stiftung, das rund 3,5 Millionen Euro kostet.

Rödermark – Die Stadt setzt bei der Kinderbetreuung weiter auf die Zusammenarbeit mit freien Trägern. Am Standort von Rödermarks ältestem Kindergarten, an der Ecke von Schiller- und Lessingstraße, baut die Bethanien Diakonissen-Stiftung (Frankfurt) die Kita Orwischer Entdecker mit kräftiger finanzieller Unterstützung durch Stadt und Kreis.

Was Uwe M. Junga, der kaufmännische Geschäftsführer der Stiftung, bei der Andacht zum Richtfest als „neues Werk der Barmherzigkeit“ bezeichnete, ist eine klassische Win-win-Situation: Die Stadt überlässt der Stiftung das etwa 2 000 Quadratmeter große Grundstück in Erbpacht, bleibt also Eigentümer. Die Stiftung schießt einmalig 800 000 Euro zu den Baukosten von etwas mehr als 3,5 Millionen Euro und jährlich 90 000 Euro zu den Betriebskosten dazu. Vor allem aber übernimmt sie die Trägerschaft und kümmert sich ums Personal.

Junga schätzt den Bedarf auf 20 bis 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; die genaue Zahl hängt von der Verteilung zwischen Voll- und Teilzeitstellen ab. Obwohl die Einrichtung erst Ende 2022 den Betrieb aufnimmt, gehen schon Bewerbungen für die Leitung ein.

In der Kita Orwischer Entdecker ist Platz für 111 Kinder: 75 Drei- bis Sechsjährige und 36 Kinder unter drei Jahren. Sechs Gruppenräume sowie ein großer Bewegungsraum und verschiedene Begegnungsflächen werden ausreichend Platz zum Spielen und Toben bieten. Differenzierungs- und Kreativräume sowie Rückzugsmöglichkeiten sollen für einen Ausgleich sorgen und zusätzliche Möglichkeiten zur Entspannung und Ruhe bieten. Abgerundet wird das Gebäude durch einen großzügigen Küchentrakt mit Kinderküche und Kinderrestaurant.

Architekt Siegbert Huther wies auf eine Herausforderung für die Planer hin: Um das meterhohe Gefälle des Grundstücks auszugleichen, lässt er zur Lessingstraße hin einen Eingangsturm bauen. Das Projekt liegt nicht nur im Kosten-, sondern auch im Zeitplan: Materialmangel, der anderswo in Hessen sogar größere Schulsanierungen verzögert, hat es bislang keine gegeben.

Auch Bürgermeister Jörg Rotter, der den Kontakt zu der Stiftung vor vier Jahren geknüpft hatte, blickte über Rödermarks Grenzen hinaus: „In Langen fehlen 500 Kita-Plätze, wir können den Bedarf decken.“

Kreissozialdezernent Carsten Müller lobte denn auch: „Ich wäre froh, wenn"s überall im Kreis so wäre wie hier.“ Aber der Bau von Kitas ist nicht in erster Linie eine Frage der Barmherzigkeit, sondern des Geldes. Das Land hatte dem Kreis Fördermittel in Höhe von neun Millionen Euro zugeteilt. Die 13 Kommunen hatten Anträge mit einem Volumen von 22 Millionen Euro gestellt. Daher brachte Müller statt des erhofften siebenstelligen Betrags nur einen Kreiszuschuss von 820 000 Euro mit. (Michael Löw)

Zimmermeister Frank Vetter aus Obertshausen hob das Glas auf den Rohbau, der voll im Zeitplan liegt. Architekt Siegbert Huther hatte sich zuvor ebenfalls gefreut: „Wir hatten bisher keine Materialprobleme.“
Rödermark: Zimmermeister Frank Vetter aus Obertshausen hob das Glas auf den Rohbau, der voll im Zeitplan liegt. Architekt Siegbert Huther hatte sich zuvor ebenfalls gefreut: „Wir hatten bisher keine Materialprobleme.“ © Michael Löw

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