Polizei legt Kriminalstatistik 2017 vor

So wenig Verbrechen wie noch nie

Rödermark - 2017 wurden in Rödermark nur 855 Verbrechen angezeigt. Das ist der niedrigste Wert seit 2002 - damals führte die Polizei die Kriminalstatistik in ihrer heutigen Form ein. 2016 hatte eine Betrugsserie noch für den Negativrekord von 1 975 Straftaten gesorgt. Von Michael Löw

Die Chefs der Polizeistation Dietzenbach - Erster Polizeihauptkommissar Klaus Hoffmann und Erster Kriminalhauptkommissar Michael Berkefeld - analysieren jedes Jahr um die Osterzeit im Gespräch mit unserer Zeitung die Rödermärker Kriminalitätsstatistik. Und die sieht für 2017 ausgesprochen freundlich aus. Die Polizei registrierte nur 855 Straftaten. „Ein Rekord im positiven Sinn“, sagt Hoffmann und warnt, dass die Bilanz aber immer eine Momentaufnahme ist. So wie 2016, als eine von Rödermark operierende Betrügerbande mehr als 1 000 Opfer in der ganzen Republik um ihr Geld brachte, und die Zahlen nach oben trieb.

Der Rückgang von 1 975 auf 855 Verbrechen liegt aber nicht nur an der aufgeklärten Betrugsserie. Auch wenn’s viele Bürger anders sehen: Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen beispielsweise sank 2017 zum dritten Mal hintereinander, von 48 auf 32; 12 mal (2016: 26 mal) schlugen die Täter tagsüber zu. An 17 Häusern scheiterten die Einbrecher.

Auch die auf teure Autoelektronik spezialisierten osteuropäische Banden kamen voriges Jahr in Rödermark seltener zum Zug und bauten nur noch 7 (2016: 21) Navis und Lenkräder aus. Leicht gestiegen ist die Zahl der Auto- (von 6 auf 10) und Mopeddiebstählen (von 3 auf 5).

Erfreulich: 2017 starb in Rödermark kein Mensch durch ein Verbrechen. In der Polizeistatistik stehen zwar drei sogenannte Straftaten gegen das Leben, darunter der glimpflich verlaufene Messerangriff einer Betrunkenen auf ihrem Partner vorm Boardinghaus in Ober-Roden. Die beiden übrigen Fälle sind Reste aus dem Jahr 2016 wie der Tod eines Einbrechers in der Carl-Zeiss-Straße, deren Ermittlungen erst 2017 abgeschlossen wurden.

Rohheitsdelikte - also Raub, Erpressung, Bedrohungen und Körperverletzung - sind in Rödermark kein großes Thema. Ihre Zahl pendelt seit Jahren zwischen 106 und 140 Fällen. Berkefeld redet da nichts schön, weist aber darauf hin, dass Otto Normalbürger vergleichsweise selten Opfer wird: „Gewaltdelikte haben meist eine private Vorgeschichte und schaukeln sich dann hoch.“ Oft kennt das Opfer den Täter und zieht nach ein paar Tagen seine Anzeige zurück.

Bilder: Frühjahrsputz in Rödermark

Kummer machen der Polizei einige Jugendgruppen, die Autos knacken, mit geklauten Motorrollern ohne Führerschein fahren, Mopeds oder Fahrräder stehlen und immer wieder meist weiche Drogen wie Marihuana in der Tasche haben. Die Beamten, so Berkefeld, kennen ihre Pappenheimer und bedauern, dass die nicht öfter hinter Gittern landen. Doch bis Richter einen Jugendlichen in den Knast schicken, muss die Polizei ihm schon eine lange Latte von Straftaten nachweisen.

Der drastische Rückgang der Straftaten von knapp 57 Prozent hat Rödermark in der kreisweiten Sicherheits-Rangliste wieder ganz weit nach vorne katapultiert, nämlich auf Platz drei. Die Häufigkeitszahl (die auf 100.000 Einwohner hochgerechneten Straftaten) lag 2017 in Rödermark bei 3100. Nur in den deutlich kleineren Gemeinden Mainhausen (2584) und Hainburg (2879) leben die Bürger sicherer. Vergleichbar große Städte wie Obertshausen und Mühlheim haben Häufigkeitszahlen um die 4500.

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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