Lkw durch Ort

Anwohner-Protest gegen Lkw-Schleichverkehr in Ober-Roden

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Lkw-Fahrer missbrauchen die L 3097 in Ober-Roden als Schleichweg, klagt Anwohner Norbert Kern. Als Alternative zu Mainzer, Hanauer und Nieder-Röder Straße schlägt er eine Umleitung über den Rödermarkring und die vierspurige B 45 zu den Autobahnen A 3 oder in umgekehrter Richtung zur A 5 vor.

Ein Anwohner der „Kipferl-Kreuzung“ ist genervt, weil täglich mehr als 100 schwere Lastwagen im Fünf-Meter-Abstand an seinem Haus vorbei fahren. Er würde die Brummer gerne um Ober-Roden herum leiten.

Norbert Kern lässt nicht locker. Seit mehr als einem Jahr macht er gegen die geschätzt 100 bis 120 schweren Lastwagen mobil, die die L 3097 in Ober-Roden als Schleichweg zwischen den Autobahnen A5 und A 3 benutzen. Dabei ist eine Umleitung seiner Ansicht nach ganz einfach auszuschildern: Kern fordert, den Schwerverkehr aus Richtung Urberach kurz vor Ober-Roden auf den Rödermarkring und von dort über die B 45 auf die Autobahn zu schicken.

Das, so die Rechnung des Pensionärs, entlastet rund 300 Menschen entlang der Mainzer, Hanauer und Nieder-Röder Straße sowie im Rodgauer Stadtteil Rollwald von Lärm und Abgasmief der Zeitschinder.

Rödermark: Lkw-Verkehr in Ober-Roden

Ein erster Vorstoß im Frühjahr war gescheitert. Zum einen sei die L 3097 für den überregionalen Schwerverkehr ausgelegt, argumentierte damals Ordnungsamtsleiter Artur Singer. Zum andern dürfe die Stadt Rödermark nicht einfach ein Durchfahrtsverbot anordnen, sondern müsse das mit den Nachbarstädten, dem Kreis und Hessen Mobil abstimmen. Nur so lasse sich der vermeintliche Schleichverkehr rechtssicher um die „Kipferl-Kreuzung“ führen.

Das lässt Norbert Kern nicht gelten. Jetzt hat er einen langen Brief ans Ordnungsamt und an die fünf Parteien in der Stadtverordnetenversammlung geschrieben. Er versucht, die Behörden mit den eigenen Waffen zu schlagen, und zitiert auf drei Seiten Urteile, Verwaltungsvorschriften und Paragrafen. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Verkehrslärm-Grenzwert für „Dorf- und Mischgebiete“ auf 64 dB(A) tagsüber und 54 dB(A) nachts festgelegt. Für Lkw nimmt das Gericht einen Lärmpegel von 80 dB(A) an. Dieser Krach ist nicht nur lästig, sondern für die Familie Kern auch ein Gesundheitsrisiko: Mehrere Angehörige leiden unter Bluthochdruck.

Rödermark: Unfallgefahr an der "Kipferl-Kreuzung"

Eher formaler Natur ist Kerns Argument der „Funktionswidrigkeit“. Die liege vor, weil der Schwerverkehr auf der Landesstraße bleibt, statt auf die höher klassifizierten Bundesstraßen umgeleitet zu werden. Und schließlich weist Kern auf die Unfallgefahr hin: Mehrere hundert Schüler überqueren jeden Tag die „Kipferl-Kreuzung“.

Norbert Kerns Appell an die Stadt: „Nutzen Sie Ihren Ermessensspielraum aus!“ Die von ihm vorgeschlagene Umleitung stelle noch den geringsten Eingriff in den Straßenverkehr dar – mit positiven Auswirkungen auch für Urberach: „Ich würde gar prognostizieren, dass im Lauf der Zeit der Schwerlastverkehr diese Strecke ganz meidet und somit auch die Anwohner der Rodaustraße profitieren würden.“

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VON MICHAEL LÖW

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