Sozialdemokraten mahnen sozialen Wohnungsbau an

Reihenhäuser ersetzen Kelterei

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2014 endete nach 90 Jahren der Betrieb der Kelterei Schwarzkopf. Jetzt sollen dort Reihenhäuser entstehen.

Urberach - Die Baustolz Frankfurt GmbH möchte die 2014 geschlossene Kelterei Schwarzkopf an der Darmstädter Straße abreißen und dort zehn Reihenhäuser hinstellen. Das Parlament hat gegen die Stimmen der SPD und der Freien Wähler beschlossen, das Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Bis das Verfahren dann beginnt, wird es mindestens Herbst 2019.

Am 12. Dezember 2014 endete eine Urberacher Tradition. Nach 90 Jahren Betrieb musste die Kelterei Schwarzkopf schließen. Es war die letzte Kelterei in Rödermark. Jetzt gibt es Neubaupläne für die 2200 Quadratmeter. Die Baustolz Frankfurt GmbH möchte in zwei Hausgruppen zehn Reihenhäuser bauen (einmal drei, einmal sieben Häuser am Stück). Die Gebäude sollen mit Flachdach errichtet werden. Die Terrassen richten sich nach Süden und Südosten. Die Häuser können von der Darmstädter Straße aus angesteuert werden. Vorgesehen sind auf dem Gelände noch zehn Carports und zehn nicht überdachte Stellplätze. Es wird keine Tiefgarage gebaut.

Die vorläufige Planung der Stuttgarter Architekten Bopp / Herrmann sieht zwei Gebäuderiegel vor. Änderungen sind noch möglich. Angedacht sind auch 20 oberirdische Parkplätze.

Im Parlament entbrannte um das Projekt eine heftige Debatte. Die SPD reklamierte, bei dem Bauvorhaben entstünden keine sozial geförderten Wohnungen zu erschwinglichen Mieten. Dabei habe das Parlament erst vor 18 Monaten wegen des dramatischen Mangels an bezahlbaren Wohnungen einen Grundsatzbeschluss gefasst, der Investoren bei Neubauprojekten dazu verpflichtet, dass 20 Prozent der gebauten Liegenschaften Sozialwohnungen sind. Gerd Weber beantragte, die Angelegenheit nochmals zur Beratung in die Ausschüsse zu verweisen. Bürgermeister Roland Kern sprach von der Möglichkeit, dass die Stadt zwei der zehn geplanten Häuser kauft und dann günstig vermietet.

Für die Freien Wähler argumentierte Peter Schröder, dass sich die Parlamentarier ebenfalls einmal darüber einig waren, dass dort, wo altes Gewerbe abgerissen wird, bevorzugt neues Gewerbe zu entstehen habe. Davon könne jetzt keine Rede mehr sein. CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Gensert hingegen sprach von einer willkommenen Revitalisierung. Ohne eine Umwidmung des Geländes wäre dies nicht gelungen. „Sonst droht hier eine Brache und Abwertung des Umfeldes.“

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Norbert Schultheiß (SPD) blieb dabei: „Wir haben die 20 Prozent beschlossen. Das muss der Investor schlucken.“ Man solle sich doch bitteschön an die eigenen Beschlüsse halten. Der Bürgermeister korrigierte: Der zitierte Beschluss beziehe sich ausschließlich auf die Bebauung städtischer Liegenschaften nach einem Abriss zum Beispiel einer baufälligen Kita wie an der Lessingstraße. Im Fall der alten Kelterei gehe es aber um die Umnutzung von Privatgelände. (bp)

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