Barrierefreies Wohnen in den Rennwiesen

Richtfest bei Regen lieber drinnen

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Bis Mitte September soll das Liberty-Haus für assistiertes Wohnen bezugsfähig sein – falls es nicht so weiterregnet wie ausgerechnet am Tag des Richtfests.

Urberach - Richtfest an ihrem Neubau in den Rennwiesen feierte die Liberty - Wohnen ohne Grenzen GmbH (Dreieich) am Freitag – bei strömendem Regen aber lieber drinnen als auf dem Dach. Das Gebäude soll am 15. September bezugsfertig sein.

„Liberty“, zu deutsch Freiheit, heißt das Wohnkonzept nicht zufällig. „Wohnen ohne Grenzen“ ist der klangvollere Name dessen, was als „assistiertes Wohnen“ für rund 15 Euro pro Quadratmeter angemietet werden kann. Dahinter stecken 28 barrierefreie, rollstuhlgerechte Mietwohnungen. So lange wie möglich selbstbestimmt leben, das bezieht sich in diesem Haus auch auf Zusatzleistungen, die zwar dazu gebucht (und bezahlt) werden können, aber nicht zentriert von einer Einrichtung wie etwa im Franziskushaus angeboten werden. Für alle da ist allerdings ein „Assistent“, der sich um die Belange der Mieter und um deren Sicherheit kümmert.

Vor gut drei Jahren war die Stadt dafür erstmals nach einem Grundstück gefragt worden. Da das Grundstück in der Carl-Benz-Straße 6 an den Rennwiesen noch frei war, wurden die Stadt und die Geschäftsführerinnen des Dreieicher Unternehmens rasch handelseinig. Die Stadt senkte den Kaufpreis für das Grundstück, behält das Nachbargrundstück und verpflichtet sich, darauf einen Generationenspielplatz zu errichten und zu betreuen – eine „Win-win-Situation“, wie beide Partner betonen. Die Planung unter der Leitung des Architekten Braun sowie die Bauausführung durch die Baufirma Goldbeck verlief zügig. Am Freitag wurde Richtfest gefeiert – allerdings etwas anders als üblich, denn es regnete seit vielen Stunden Bindfäden.

Herzliches Gelächter scholl durch den weithin tropfenden Rohbau, als Projektleiter Torsten Schmidt von der Baufirma in Vertretung des sonst üblichen Zimmermanns den Richtspruch ausbrachte und vom gelingenden Bau samt einem Dach sprach, das die Menschen vor dem Regen schütze. Die Gäste standen in einem Rohbau, der große Pfützen und kleine Tropfsteinhöhlen aufwies. Dass das Sektglas e an einer Zwischenwand im späteren Foyer des Mietkomplexes zerbarst, war immer noch besser, als es wie gewohnt nach hinten und damit zwischen die Gäste zu werfen.

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Zwölf der 28 Wohnungen seien bereits vermietet, sagten die Geschäftsführerinnen Jessica Köhler und Beate Höller. Die ersten zukünftigen Bewohner waren beim Richtfest dabei. Zusätzlich zu den Privatwohnungen entsteht als Beitrag zum ausgeschriebenen Gewerbegebiet auch ein Boarding-Haus mit sechs möblierten Wohnungen. (chz)

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