Stadt will sich das etwa 250.000 Euro kosten lassen

Rodau soll aus Schacht heraus

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Nicht schön, aber früher als zweckmäßig empfunden: Unweit der Rilkestraße verschwindet die Rodau in einem Betonschacht. Das soll sich ändern.

Rödermark - Die Stadt plant den Kauf des bebauten Grundstücks Rilkestraße 19a, um ein weiteres Stück Rodau renaturieren zu können. Das Bächlein verschwindet dort in einem quadratischen Betonschacht, um etwa 60 Meter weiter an der Trinkbornschule wieder ans Tageslicht zu kommen und im offenen Bett zu fließen.

Die Renaturierung ist nicht nur den Politikern von AL / Die Grünen eine Herzensangelegenheit, sondern findet sich auch in anderen Parteiprogrammen wieder. Bürgermeister Roland Kern zufolge eröffnet sich jetzt die große Chance, „etwas zu machen, womit wir nicht zu rechnen gewagt haben“: Der Ausbau der grünen Achse zwischen Rathausplatz Ober-Roden, entlang dem Oberwiesenweg zur Grünen Mitte zwischen Ober-Roden und Urberach. Kern brachte zu diesem Thema während der jüngsten Parlamentssitzung den Entwurf zu einem Nachtragshaushalt ein. Der soll den Kauf des Grundstücks Rilkestraße 19a finanzieren. Das mit einem schönen Einfamilienhaus bebaute Gelände liegt unmittelbar an der Rodau unweit der Trinkbornschule. Die Rodau verschwindet dort in einem quadratischen Betonschacht, um etwa 60 Meter weiter an der Schule im offenen Bett an der Oberfläche wieder aufzutauchen. Über der einbetonierten Rodau stehen entlang dem Oberwiesenweg Autos auf einem Parkplatz.

Kern warb engagiert für das Projekt. Die Stadt habe es im Förderprogramm Stadtumbau Hessen (Ortskern Ober-Roden) bereits nachgemeldet. Das ermögliche hohe Zuschüsse. 580.000 Euro soll das Grundstück kosten. Eine Teilfläche daraus soll an einen privaten Immobilieninvestor zur Bebauung verkauft werden. Macht 160.000 Erlös. Dazu werden dann noch Fördergelder in Höhe von 170.000 Euro aus dem Stadtumbauprogramm erwartet.

Natürlich bleibe an der Stadt „ein Restbetrag“ hängen. Der sei aber „äußerst sinnvoll und rentierlich angelegt“. Schließlich könne die Stadt dann die Rodau aus dem Betonschacht befreien, etwas für den Hochwasserschutz tun und zugleich ein gutes Stück Grünzug hinzugewinnen. Diese Chance zur Aufwertung der Lebens- und Aufenthaltsqualität dürfe man sich nicht entgehen lassen. Der Entwurf zum Nachtragshaushalt wurde in der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Entschieden werden soll darüber in der nächsten Sitzung des Parlaments am 11. Dezember. Kern dankte der städtischen Bau- und Planungsabteilung. Als der Private Investor sein Projekt bei der Stadt vorstellte, hatten deren Mitarbeiter entdeckt, welche Möglichkeiten sich daraus für die Stadt ergeben könnten.

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Durch die umfassende Neugestaltung der beiden städtischen Grünflächen beiderseits der Rilkestraße (einschließlich des Grundstücks Rilkestraße 19a) soll ein grüner Stadteingang entstehen, der insbesondere den Bedürfnissen und Erwartungen der ortsansässigen (Wohn-)Bevölkerung aller Altersklassen bezüglich öffentlicher Grün- und Freizeitflächen Rechnung trägt. Die bewusste Inszenierung mit klar und übersichtlich gestalteten Wegen, Spielmöglichkeiten sowie Verweil- und Kommunikationsorten solle einen hohen Zugewinn an Lebensqualität bringen.

Bei einem Bürgerworkshop war in der Vergangenheit das grundsätzliche Ziel definiert worden, die Rodau generell wieder erleb- und hörbar umzugestalten sowie deren Präsenz innerhalb Stadtbilds deutlich zu erhöhen. Diese Präsenz und Erlebbarkeit sei derzeit durch die vorhandene Kanalisierung – gerade auch innerhalb des Abschnitts am Oberwiesenweg, unmittelbar westlich der Rilkestraße – „hochgradig eingeschränkt“. Die ökologische Aufwertung und die naturnahe Gestaltung dieses Abschnitts der Rodau stelle einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität sowie zur Verbesserung des lokalen Kleinklimas dar. (bp)

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